Sanarium bis Stangerbad

Sanarium
Das Sanarium ist eine abgeschwächte Form der klassischen finnischen Sauna. Durch niedrigere Temperaur von etwa 60 °C und die relative Luftfeuchtigkeit von nur 50 % ergibt sich eine geringere Kreislaufbelastung und der Aufenthalt kann bis auf 30 Minuten ausgedehnt werden. Oft wird im Sanarium ergänzend die Farblichttherapie eingesetzt.

Sauna
Diese wohl ursprünglichste und verbreitetste aller Wellness-Behandlungen in Deutschland gehört vor allem im Ursprungsland Finnland, aber auch in Schweden und Nordrussland zur Alltagskultur. Es ist nichts anderes als ein „Raum aus Holz“ zum Schwitzen. Nach dem Duschen wird der Körper etwa 8 bis 15 Minuten einer Temperatur bis zu 95 °C ausgesetzt. Am Ende der nachfolgenden Abkühlphase kann auch ein eiskaltes Bad stehen. In der abschließenden Ruhephase entwickelt sich der eigentliche Saunaeffekt.

Durch das starke Schwitzen gehen Wasser und Mineralstoffe verloren, die wieder ausgeglichen werden müssen. Mit seiner Verbindung von Hydro- und Thermotherapie gehört Saunabaden zu den anerkannten und bewährten Naturheilverfahren. Entschlackung, Blutdrucksenkung und Entspannung sind die wichtigsten Ergebnisse des Saunabadens. Ältere und untrainierte Menschen sollten jedoch vor dem Saunagang ihren Arzt konsultieren.

Schroth-Kur
Vom Fuhrmann Johann Schroth wurde Mitte des 19. Jahrhunderts diese Kur als natürliche Methode des Heilfastens entwickelt. Dadurch sollen die Selbstheilungskräfte des Körpers mobilisiert werden. Die Schroth-Kur ist eine 3 bis 4 Wochen lange Kombination von Heilfasten mit äußerer Anwendung feuchter Wärme.

Einseitige und reizlose Kurkost wie Gries-, Reis-, und Haferspeisen sowie trockene Brötchen soll die Regeneration des Verdauungssystems bewirken. Trockentage wechseln sich mit Trinktagen ab, an denen meist Wein getrunken werden soll. Feuchtwarme Wickel sollen den Körper über die Haut entschlacken.

Die Schroth-Kur wird von der Ernährungswissenschaft skeptisch beurteilt. Von einer mehrwöchigen Anwendung wird abgeraten, denn die begrenzte Flüssigkeitsaufnahme auch beim Fasten widerspricht modernen Erkenntnissen, wodurch mit Mangelerscheinungen bei Mineralien, Eiweiß und Vitaminen zu rechnen sei.

Shiatsu
Diese japanische Variante der Akupressur wurde Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelt und 1964 von der japanischen Regierung als Therapie anerkannt. Ebenso wie Akupunktur und Akupressur beruht Shiatsu auf der Theorie der Körpermeridiane, deren Reiz durch Druck die Harmonie der inneren Organe und den Energiefluss im Körper beeinflusst. Der Druckreiz wird nicht durch Massage, sondern durch das eigene Körpergewicht des Behandelnden mit Händen, Daumen, Ellenbogen und dem gesamten Körper beim liegenden Patienten ausgeübt, wobei jeder Punkt zwischen fünf Sekunden und zwei Minuten gedrückt wird. Shiatsu wird vor allem präventiv, aber auch zur Therapie von Rücken- und Kopfschmerz, Verdauungsproblemen und Herz-Kreislauferkrankungen eingesetzt.

Trotz großer Popularität ist die Methode unter Experten umstritten, einzelne Anwendungen wie der Druck auf die Schilddrüse werden als gefährlich eingestuft. Unbestreitbar ist dagegen der Entspannungseffekt.

Stangerbad
Das Stangerbad gehört als hydroelektrisches Vollbad in den Bereich der Physiotherapie. Der Patient liegt in einer Wanne, deren Wasser mit Gleichstrom im Milliamperebereich durchflossen wird. Durch die Gefäßerweiterung ergeben sich schmerzhemmende Effekte aus Erregung und Dämpfung der Schmerzrezeptoren. Wassertemperatur und Stromdosis werden individuell festgelegt. Anwendung und anschließende Ruhezeit dauern jeweils etwa 20 Minuten. Bei Herz-Kreislauf- und Lungenerkrankungen darf die Stangerbad-Behandlung nicht angewendet werden.

Foto: pixelio.de

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