Wintergäste an der Nordsee

Wintergäste an der Nordsee
Hellbäuchige Ringelgans an der Nordsee
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Der vergleichsweise kalte und lang anhaltende Winter hat auch die Küstenstreifen an der Nordsee voll im Griff. Für Feriengäste sind die sich an der Nordsee bildenden bizarren Eisgebilde besonders sehenswert. Die einheimischen Tiere und Pflanzen sind an das kalte Klima bestens angepasst. Dennoch finden sich an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste derzeit Vögel ein, die normalerweise viel weiter nördlich in Dänemark den Winter verbringen.

(Tönning) Dunkelbäuchige Ringelgänse künden im Nationalpark Wattenmeer den Frühling an. Wenn sie auf ihrem Weg von den Überwinterungsgebieten in die sibirischen Brutgebiete auf den Halligen Rast machen, werden hier alljährlich im April die Ringelganstage gefeiert. Jetzt allerdings sucht eine andere Ringelgans-Unterart im Nationalpark Wattenmeer Zuflucht vor dem harten Winter in Dänemark. Seit Silvester werden immer wieder einzelne Trupps von Hellbäuchigen Ringelgänsen beobachtet, auf der Hallig Hooge, auf Föhr (Hotel Föhr) und Amrum (Ferienwohnung Amrum), auf Nordstrand und im Beltringharder Koog genauso wie in der Windberger Niederung. Insgesamt sind bisher 256 dieser seltenen Wintergäste im und am Nationalpark Wattenmeer beobachtet worden, 201 in Nordfriesland, 55 in Dithmarschen.

Die jetzt hier beobachteten Ringelgänse brüten auf Spitzbergen und Franz-Joseph-Land, insgesamt etwa 3.000 bis 6.000 Tiere. Im September ziehen sie an der Westküste Norwegens entlang Richtung Süden und überwintern in England und Dänemark.

Im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer halten sich im Winter normalerweise nur einzelne Hellbäuchige Ringelgänse auf. In besonders harten Wintern verlassen sie teilweise ihre dänischen Überwinterungsgebiete und kommen auch hierher. Das war zum Beispiel im Winter 1995/96 der Fall. Damals wurden insgesamt über 50 Vögel gesichtet.

Ringelgänse sind Vegetarier. Sie fressen Gräser und suchen den ganzen Tag über nach Futter. Doch die Tage sind noch sehr kurz und das Futter ist von Schnee bedeckt und deshalb nur schwer zu erreichen. Bei der klirrenden Kälte müssen die Gänse Energie sparen und sind besonders empfindlich Störungen gegenüber. Wer die Vögel beobachten möchte, ohne sie zu stören, sollte sich bitte mit einem Fernglas ausrüsten und großen Abstand halten.

Text: Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein

Foto: © Clemens Portofée

Datum: 20.01.2010

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