Wanderfalken beobachten im Nordsee-Urlaub
(Reisetipps Nordsee)
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An der Nordseeküste Schleswig-Holsteins haben sich seit 1995 erfolgreich Wanderfalken wieder angesiedelt. Möglich wurde das vor allem durch den Schutzstatus, den der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer hat, denn Wanderfalken reagieren während der Brut und auch im alltäglichen Leben sehr empfindlich auf Störungen. Für Nordsee-Urlauber ist das Wattenmeer eine faszinierende Landschaft. Der Gezeitenwechsel zwischen Ebbe und Flut ermöglicht es, ein und denselben Landstrich mal als Land und mal als Meer wahrzunehmen. Das Beispiel der Wanderfalken zeigt aber auch, dass die Feriengäste im Wattenmeer rücksichtsvoll vorgehen sollten, um die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt nicht zu gefährden. Am besten schließen sich Nordsee-Urlauber einem erfahrenen Wattführer an. Der sorgt nicht nur für die Sicherheit im Umgang mit den Gezeiten sondern weiß auch viel Wissenswertes über die kleinen und großen Bewohner des Wattenmeeres zu berichten, das im Übrigen seit dem letzen Sommer zum UNESCO Weltnaturerbe gehört (Ferienwohnung Nordsee).
(Tönning) In diesem Sommer sind im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer acht Wanderfalken flügge geworden, drei auf Süderoogsand, drei auf Norderoogsand und zwei auf Trischen. „Damit setzt sich die erfolgreiche Verbreitung der scheuen Vögel weiter fort“, erklärt David Fleet, der Vogelexperte der Nationalparkverwaltung. „Insgesamt leben drei Paare Wanderfalken im Nationalpark.“
David Fleet beringt die Wanderfalken jedes Jahr und führt die Statistik über ihre Entwicklung. Vor wenigen Tagen wurde ihm zum Beispiel von der Schutzstation Wattenmeer gemeldet, dass ein Jungvogel, den er im Jahr 2002 auf Süderoogsand beringt hat, auf Süderoogsand tot aufgefunden wurde. Der Falke ist vermutlich bei Revierkämpfen umgekommen. Das belegt, wie ortstreu die Vögel sein können.
Wanderfalken stehen auf der roten Liste der bedrohten Arten und sind streng geschützt. Im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer haben Wanderfalken erstmals 1995 gebrütet, zunächst auf Süderoogsand, dann auch auf Trischen und auf Norderoogsand. Insgesamt haben sie seitdem 65 Jungvögel aufgezogen. „Diese Erfolgsgeschichte beruht auf dem Nationalparkeffekt“, davon ist Uwe Robitzky überzeugt, der Wanderfalkenexperte in Schleswig-Holstein. Wanderfalken sind sehr störungsempfindlich. In der Schutzzone 1 des Nationalparks finden sie die Wildnis und Abgeschiedenheit, die sie brauchen. Sie brüten sowohl in der Höhe, auf der Bake auf Süderoogsand, als auch auf dem Boden, in den Dünen von Norderoogsand und Trischen.
Wanderfalken können bis zu 18 Jahre alt werden. Sie bauen keine Nester, sondern nutzen vorhandene Höhlen oder brüten auf dem Boden. Die Eiablage erfolgt Mitte März bis Mitte April. Die Brutdauer beträgt 35 Tage. Nach 45 Tagen fliegen die Jungvögel aus.
Text: Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein
Foto: © Uwe Robitzky
Datum: 29.07.2010
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