Hillegem – Wanderwege und Kulturerbe
Unterkünfte in Hillegem
Hillegem bietet für die Reiseplanung zwei klare Anknüpfungspunkte: Wanderwege und Ortsgeschichte. Die Hillegemroute liefert eine konkrete Wahl der Streckenlänge; Höfe, Kirche und rekonstruierte Meilensäule setzen dazu unterschiedliche historische Akzente. So können Sie bei der Suche nach einem Reiseziel zunächst abwägen, ob Bewegung im Freien oder Bau- und Agrargeschichte Ihr Interesse stärker prägt.
Wanderwege und Orientierung
Die Hillegemroute ist 9,3 Kilometer lang, dauert zu Fuß etwa zwei Stunden und elf Minuten und beginnt am Kerkplein Hillegem. Eine verkürzte Variante misst 6,4 Kilometer und beginnt am Hillegemplein. Wer den ausgeschilderten Rundweg zum Doormansbos einplant, sollte vor dem Aufbruch die aktuelle Wegführung prüfen: Natuurpunt Denderstreek hat die Runde angelegt, ihr Betrieb kann sich ändern.
Auch die Lage des Ortskerns gehört zur Orientierung: Hillegem liegt dort auf erhöhtem Gelände und wird von der Provinzialstraße Aalst–Oudenaarde durchquert.
Tal, Wald und Hohlweg
Das Doormansbeek-Tal liegt an der Grenze zwischen Hillegem und Herzele und gilt als ökologisch wertvolles Talgebiet. Doormansbos und eine alte Flachsröstgrube nahe der Ternatstraat bilden seinen südlichen Teil. Einen anderen Eindruck vermittelt der nördliche Abschnitt der Diepestraat: Er ist ein gut erhaltener Hohlweg, dessen bewachsene Böschungen im Sommer ein grünes Dach bilden. Zusammen geben Tal, Wald und Wegböschung dem Landschaftsbild verschiedene Formen, statt es auf ein einzelnes Naturmotiv zu reduzieren.
Spuren von Römern und ländlicher Geschichte
An einem erhöhten Punkt bei Hillegem wurde 2019 eine Rekonstruktion einer römischen Meilensäule aufgestellt. Ihre Angaben nennen Entfernungen in gallischen Leugen: vier Leugen bis Velzeke und zwölf bis Asse. Eine Leuga entspricht 2.222 Metern. Die Zahlen machen den Unterschied zwischen den beiden genannten Entfernungen unmittelbar anschaulich.
Auch die Sint-Bartholomeus-Kirche lässt sich an mehreren Zeitpunkten ablesen. Die basilicale neugotische Kirche entstand zwischen 1877 und 1880. Am 11. Juli 1878 wurde sie eingesegnet; am 13. September 1880 weihte Mgr. de Battice sie ein. Der heutige Turm stammt aus dem Jahr 1890. Auf dem Friedhof der Kirche finden sich Grabmale in eklektizistischen, geometrischen Art-déco- und modernistischen Stilrichtungen.
Das ehemalige Pfarrhaus von Hillegem stammt aus dem Jahr 1750. Das Backsteingebäude besitzt Fensterläden, Fenster mit bemalten Bändern und eine Dachgaube aus dem 19. Jahrhundert. Seine Bauformen bieten einen anderen Blick auf das Ortsbild als die neugotische Kirche.
Hof de Meierij war eines von drei Pachtgütern, die die Sint-Pietersabdij in Gent in Hillegem besaß; die älteste Erwähnung des Hofs stammt aus dem Jahr 1364. Eine hölzerne Windmühle wurde 1734 von Gent dorthin versetzt. Sie wurde 1944 vollständig abgebrochen, und auf dem Gelände befindet sich heute ein Garten. Hof ten Berge ist ein historischer Vierkanthof; die älteste dokumentierte Erwähnung eines Pachthofs an dieser Stelle stammt aus dem Jahr 1424. Ein Feld- und Grenzkreuz an einer Kreuzung von Feldwegen in Hillegem soll um 1880 aufgestellt worden sein.
Weinbau in Briel
Im Ortsteil Briel befindet sich der Weinberg Piro. Wijndomein Piro führt Chardonnay, Pinot Blanc, Pinot Noir, Auxerrois und Cabernet Dorsa als Rebsorten seiner Weinberge in Herzele, Hillegem und Bottelare auf. Damit ergänzt der Weinbau die Wander- und Geschichtsthemen um einen weiteren Aspekt des örtlichen Charakters.
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