Dollart: Wattlandschaft, Radroute und Mühlenkultur
Unterkünfte in Dollart
Am Dollart verbindet sich die Weite des Watts mit einer Landschaft, deren Geschichte eng an Wasser, Deiche und Sturmfluten geknüpft ist. Dazu kommen Wege für aktive Entdeckungen, eine historische Wind- und Wasserschöpfmühle sowie besondere Kirchenbauten. Wenn Sie eine Unterkunft an der Nordsee suchen und dabei mehr als nur einen einzelnen Ausflug planen möchten, bietet Dollart verschiedene Themen für Ihre Tage – von Naturbeobachtung bis zur Radtour.
Dollartwatt und Vogelbeobachtung
Der Beobachtungsturm Kiekkaaste steht am Rand des Dollartwatts. Bei Niedrigwasser suchen Watvögel und Enten im Watt vor dem Turm im Schlick nach Nahrung. Gerade für Familien entsteht so ein anschaulicher Zugang zur Landschaft: Sie beobachten nicht nur das offene Watt, sondern erkennen auch, wie eng das Naturerlebnis mit dem Wasserstand verbunden ist.
Der Dollart entstand im 13. oder 14. Jahrhundert durch mehrere Sturmfluten. Heute ist er etwa 100 km² groß. Diese historische Entwicklung macht verständlich, warum Wasser und Küstenform hier nicht bloß eine Kulisse bilden, sondern den Charakter des gesamten Landschaftsraums prägen.
Radfahren und Paddeln miteinander verbinden
In Ditzumerverlaat, das zur Ortschaft Dollart und zur politischen Gemeinde Bunde gehört, befindet sich die Paddel- und Pedalstation. Von dort aus sind beispielsweise Touren nach Ditzum mit Rückfahrt per Fahrrad möglich. Für die Planung bedeutet das: Sie können eine Strecke auf dem Wasser mit einer Rückfahrt auf zwei Rädern verbinden, ohne die Reiseidee auf nur eine Aktivität festzulegen.
Auch die Internationale Dollard Route führt durch die Deichreihensiedlung Ditzumerhammrich, die zum Ortsteil Dollart in Bunde gehört, und weiter zum Wynhamster Kolk. Damit gehört das Radfahren zu den besonders naheliegenden Möglichkeiten, Dollart und seine wassergeprägte Umgebung in Etappen kennenzulernen.
Wynhamster Kolk: Technik und Sturmflutgeschichte
In der Ortschaft Dollart steht die Wind- und Wasserschöpfmühle Wynhamster Kolk, die 1804 erbaut wurde. Ihre vom Wind angetriebenen Flügel treiben über eine Zahnradkonstruktion eine Saugschnecke an, die bis zu 80 Liter Wasser pro Sekunde hochschrauben kann. Die Mühle verbindet damit anschauliche Technikgeschichte mit der Frage, wie Wasser in der Marsch bewegt wurde.
Der Wynhamster Kolk war früher mit 72 ha der größte Kolk des Rheiderlandes. Ein Kolk ist ein Teich oder See. Er entstand 1715 durch eine Sturmflut, bei der der ehemalige Deich brach und das dahinterliegende Weideland weggerissen wurde. Eine Besichtigung der Mühle ist nach Absprache mit Herrn Däuber möglich.
Kirchen als besondere Ortsmarken
Die reformierte Landschaftspolder Kirche in der Ortschaft Dollart wurde 1768 in der Ortsmitte von Landschaftspolder erbaut. Sie ist das einzige Gotteshaus in den ostfriesischen Poldergebieten. An der Kirche in Ditzumerverlaat fällt außerdem der kleine Dachreiter für die Glocken auf, der in Ostfriesland selten ist. Diese Bauwerke ergänzen das Natur- und Aktivprogramm um Zeugnisse der regionalen Siedlungs- und Kirchengeschichte.
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