Brügge zwischen Reien und Geschichte
Unterkünfte in Brügge
Brügge erschließt sich über Wasserwege, Gassen und das historische Zentrum. Dieses gilt als herausragendes Beispiel einer mittelalterlichen Siedlung, deren ursprüngliche gotische Bauten Teil der Identität der Stadt sind. Auch der erhaltene Stadtgrundriss erzählt von dieser Geschichte: Straßen und Plätze, Kanäle und Freiflächen bilden ein ursprüngliches Muster, das bis heute bewahrt ist.
Foto: Bernd Hermann, neandertours.de
Stadtgeschichte, Wasser und Kunst
Die Entstehung des heutigen Brügge ist mit dem Ort Burg verbunden: Hier traf eine Straße auf die Reie. Mehrere Bäche vereinigten sich zu diesem Fluss, der nach Norden in die Küstenebene fließt. Über Gezeitenrinnen hatte die Reie eine natürliche Verbindung zur Nordsee. Die Flussgeschichte und das bewahrte Muster aus Kanälen und Freiflächen zeigen unterschiedliche Seiten der Stadt: ihre natürliche Gewässergeschichte und den gewachsenen Stadtraum.
Auch die mittelalterliche Kunstgeschichte prägt das historische Zentrum. Es war Geburtsort der flämischen Primitiven und im Mittelalter ein Zentrum, in dem die Malerei gefördert und entwickelt wurde. Das Belfort mit seinem Glockenspiel ist ein Machtssymbol der Stadt Brügge aus dem 13. Jahrhundert und bietet einen Blick über die Stadt. Im O.L.V.-kerk Museum befindet sich Michelangelos Madonna mit Kind aus Marmor.
Begijnhof: Erbe und gelebter Ort
Der Begijnhof von Brügge wurde 1998 von der UNESCO als Welterbe anerkannt. Seine Geschichte lässt sich auch an einer Darstellung in der Kirche ablesen: Dort befindet sich die älteste Sedes sapientiae in Brügge, eine Darstellung Unserer Lieben Frau von Spermalie aus dem Jahr 1247. Der Begijnhof ist seit Jahrhunderten ununterbrochen bewohnt. Heute leben dort einige Schwestern des Ordens von St. Benedikt und alleinstehende Frauen.
Zum räumlichen Bild des Begijnhofs gehört ein großer Innenhof mit hohen Pappeln und Linden, umgeben von weißen Häusern. So stehen konkrete bauliche Eindrücke neben der langen Geschichte und dem heutigen Wohnen. Wer sich für mittelalterliches Erbe interessiert, findet hier daher nicht nur eine UNESCO-Anerkennung, sondern auch einen Ort mit fortdauernder Nutzung.
Zu Fuß, mit dem Boot oder auf dem Rad
Wenn Sie Brügge zu Fuß erkunden, führen Wege entlang der Wasserläufe und durch die Gassen; dabei lassen sich auch weniger bekannte Orte entdecken. Eine andere Perspektive bieten Bootstouren auf den Brugse reien. Sie starten an fünf Anlegestellen im Zentrum und folgen einer Route zwischen dem Jan van Eyckplein und dem Begijnhof. Die Rundfahrt dauert ohne Zwischenstopps eine halbe Stunde.
Auch das Fahrrad eröffnet unterschiedliche Blicke auf Brügge. Ein Netz verbindet die Teilgemeinden schnell und sicher mit der Innenstadt sowie untereinander. Beim Radfahren lassen sich ruhige Wohnviertel, die Vesten, Mühlen, Museen und Sehenswürdigkeiten erreichen. Die Fietsroute 6 führt vom Zentrum zu den Assebroekse Meersen. Damit steht einer konkreten Strecke aus der Innenstadt hinaus eine breitere Auswahl an Zielen innerhalb des städtischen Fahrradnetzes gegenüber. Bei konkreten Tourplänen lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Anbieterangaben, denn Betreiber, Arrangements und Zeitpläne können sich ändern.
Braukultur in Brügge
Zur lokalen Braukultur gehört die Brouwerij De Halve Maan. Dort wird das Stadtbier Brugse Zot gebraut: ein würziges obergäriges Bier auf Basis von Malz, Hopfen und spezieller Hefe. Die Brauerei bietet täglich Führungen in mehreren Sprachen an; anschließend wird ein Brugse Zot blond angeboten. So ergänzt die Braukultur die Themen Stadtgeschichte, Kunst und Wasserwege um einen weiteren konkreten Aspekt des Aufenthalts in Brügge.
Weitere Reiseziele entdecken
Weitere Reiseziele entdecken: Sint-Michiels Brugge, Assebroek, Sint-Kruis, Lissewege, Sint-Andries, Zeebrügge, Dudzele, Zuienkerke.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Westflandern.