De Haan: Strand und geschützte Architektur
Unterkünfte in De Haan
De Haan verbindet einen mehr als zehn Kilometer langen Strand mit einer vielschichtigen Bau- und Kulturgeschichte. Die geschützte Concessie, Dorfkirchen in Klemskerke und Vlissegem sowie historische Wege setzen unterschiedliche Akzente. So können Sie bei der Wahl Ihres Reiseziels abwägen, ob Sie besonders Strand, Villenarchitektur, Sakralgeschichte oder Landschaft interessiert.
Die Concessie als städtebauliches Modell
Die Villawijk „de Concessie“ ist ein historisches Villenviertel im anglonormannischen Stil. Die geschützte Concessie bewahrt ein gut erhaltenes städtebauliches Modell des späten 19. Jahrhunderts: Es berücksichtigt das Dünenrelief und orientiert sich lose an der damals aufkommenden Gartenstadtidee. Die Entwicklung der Concessie begann 1889 in den Dünen von Klemskerke und Vlissegem. Am 8. März 1995 wurde der Schutz auf die gesamte Concessie erweitert. Damit reicht der Blick über einzelne Bauformen hinaus bis zur Anlage des Viertels und seiner Einordnung in die Dünenlandschaft.
Auch Albert Einsteins Aufenthalt gehört zur Ortsgeschichte: Er hielt sich 1933 sechs Monate in De Haan auf. Der Wanderführer „In de voetsporen van Einstein“ führt zu etwa 18 Orten in der geschützten Villawijk „de Concessie“. Die ungefähre Zahl gibt Ihnen eine Vorstellung vom Umfang des Rundgangs; der Titel des Führers bietet den historischen Anknüpfungspunkt für diese Orte.
Kirchen und Denkmalgeschichte
Im Zentrum von De Haan steht die Sint-Monicakerk. Sie ist dreischiffig und neugotisch gestaltet; zu ihren prägenden Merkmalen zählen ein schlichter achteckiger Turm und Akzente byzantinischer Kunst. In Klemskerke lässt sich die Sint-Clemenskerk anders einordnen: Die dreischiffige Hallenkirche besitzt einen achteckigen Westturm und geht auf ein Kirchengebäude des 13. oder 14. Jahrhunderts zurück. Im Inneren sind Gemälde, Beichtstühle, Kirchenvorsteherbänke und polychrome Skulpturen aus dem 17. Jahrhundert erhalten.
Die Sint-Blasiuskerk in Vlissegem ist neoklassizistisch und liegt in einem geschützten Dorfbild. In ihr werden wertvolle Gemälde und Skulpturen aus dem 17. und 18. Jahrhundert aufbewahrt. Diese Kirchen zeigen unterschiedliche historische Schichten: mittelalterliche Ursprünge, spätere Ausstattung und verschiedene Architekturstile lassen sich jeweils an konkreten Merkmalen festmachen.
Ein weiteres Denkmal ist die hölzerne Geersensmolen, die den Südrand des Polderdorfs Klemskerke markiert. Die heutige Mühle wurde 1693 auf dem alten Mühlenberg errichtet und ist eine exakte Kopie der ursprünglichen Mühle. Als Denkmal geschützt ist sie seit dem 26. August 1943. Zum Kulturangebot von De Haan gehört außerdem ein dauerhaft bestehender Skulpturenpark unter freiem Himmel.
Strand, Landschaft und Wege
Der Strand von De Haan erstreckt sich über mehr als zehn Kilometer. Die Dünen haben auch die Geschichte der Landschaftsgestaltung geprägt: Der Landschaftsarchitekt L. Van der Swaelmen erhielt den Auftrag, die Dünen von De Haan in einen großen Park umzugestalten, in dem Touristen aus Oostende und Blankenberge spazieren konnten. Diese historische Parkidee ist von den heute beschriebenen Wanderwegen zu unterscheiden.
Die Duinbossenwandelroute beginnt am historischen Tramstationnetje von De Haan; prüfen Sie vor dem Aufbruch die örtliche Beschilderung. Auch die Wanderung „Belle Epoque midden in de duinen“ startet dort. Da ihre Routenangaben künftig aktualisiert werden können, ist ein Blick auf die aktuelle Routenführung vor der Wanderung sinnvoll. Die Route „Van duin en bos naar polder“ führt an grasenden Konikpferden, Schottischen Hochlandrindern, Saanenziegen und Milchkühen vorbei; Angaben zur Tierhaltung können sich ändern. Put van Vlissegem ist ein Naturgebiet für Wasservögel.
Traditionen und geführte Einblicke
In Wenduine bewahrt die Heilige Kruisverheffingskerk das Mirakelkruis aus dem 17. Jahrhundert, das 1992 neu bemalt wurde. Die Kreuzverehrung und Wallfahrt gehen auf eine Legende aus dem 16. Jahrhundert zurück: Ein vor Wenduine geborgenes Kreuz soll von Blankenberger Fischern oder aus dem Meer gefischt und zur Verehrung in die Pfarrkirche gebracht worden sein. Die Überlieferung bleibt als Legende erkennbar.
Seit 1986 laden die Riesen von Wenduine jedes Jahr im Juli ihre Riesenpartner zu einer Prozession ein. Sie führt über etwa 2,5 Kilometer durch das Zentrum; ungefähr 60 Riesen laufen und tanzen mit. Diese Angaben können sich bei einer wiederkehrenden Tradition ändern, daher empfiehlt sich vor einem Besuch ein Blick auf die aktuellen Veranstaltungsinformationen. Am Pfingstmontag ist der Strand bei der Rotonde mit einem Tanz- und Musikspektakel verbunden, auf das eine Meeressegnung folgt.
Ein geführter Besuch der handwerklichen Kaffeerösterei Koffie Kàn in der Kerkstraat 84 in De Haan, Wenduine, ermöglicht Einblicke in den Arbeitsablauf: Sie können die Aromen riechen und anschließend frisch gemahlenen Kaffee probieren. Da sich Details des Besuchsprogramms ändern können, informieren Sie sich vorab über das aktuelle Angebot. Die Touristeninformation von De Haan befindet sich an der Tramlijn-Oost; prüfen Sie die Adresse vor Ihrer Anreise.
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