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Waarschoot: Kulturerbe zwischen Schloss und Kloster

Unterkünfte in Waarschoot

2 Erwachsene · keine Kinder · 1 Zimmer
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Waarschoots Bau- und Landschaftsgeschichte reicht von mittelalterlichen Klostergründungen bis zum industriellen Erbe. Historische Landsitze, Kirchenzeugnisse und ausgewiesene Wander- und Fahrradrouten geben Ihrer Reiseplanung unterschiedliche Anknüpfungspunkte. Welche davon Sie in den Mittelpunkt stellen, hängt davon ab, ob Sie sich eher für Architektur, Ortsgeschichte oder eine bestimmte Streckenlänge interessieren.

Landsitze und Baugeschichte

Das Kasteeldomein op de Dam umfasst ein Schloss im umgebenden Park. Es wurde 1900 als Ersatz für das um 1840 von C. Vervier errichtete Landhaus Damzicht erbaut. Das Kasteeldomein De Schepper zeigt eine andere, klar verortete Konstellation: Es liegt im Ortskern gegenüber der Pfarrkirche und ist von einem weitgehend erhaltenen Wassergraben geprägt. Zu seinem Bestand zählen ein monumentales Eingangstor und das Landhaus. Ein Gärtnerhaus steht an der Stelle früherer Kutschenhäuser; außerdem gehören ein weitläufiger, baumbestandener Garten mit bemerkenswerter Trauerbuche, die weitgehend erhaltene Umgrenzung des Landhauses sowie eine sogenannte Motte mit Arbeiterhaus und Scheune dazu.

Die verschiedenen Bestandteile machen De Schepper besonders interessant, wenn Sie ein historisches Anwesen nicht nur über ein einzelnes Gebäude einordnen möchten: Tor, Haus, Garten und Nebengebäude gehören zu seiner beschriebenen Anlage. Die Trauerbuche setzt dabei einen besonderen Akzent im Garten. Op de Dam wiederum bietet einen anderen zeitlichen Bezug, denn das Schloss ersetzte das ältere Damzicht. So unterscheiden sich die beiden Anwesen sowohl in ihrer beschriebenen Anlage als auch in ihrer Baugeschichte.

Kirche, Kloster und Erinnerung

An der Parochiekerk Sint-Ghislenus sind mehrere unterschiedliche Zeugnisse zusammengefasst. Als Denkmal geschützt ist der Turm, und zwar seit dem 28. Dezember 1936. Im Inneren befindet sich eine Kanzel, die J. Van Daele aus Gent 1666 schuf und reich mit geschnitzten Büsten verzierte. Am Eingang der Kirche steht außerdem das Kriegsdenkmal des Ersten Weltkriegs. Es erinnert an die Gefallenen und Zwangsverschleppten von Waarschoot und wurde 1928 enthüllt.

Auch die Geschichte der Klosterbauten reicht weit zurück. Das ehemalige Priorshaus der Priorij Onze-Lieve-Vrouw-ten-Hove ist der letzte erhaltene Teil des früheren Klosters. Es ist auch unter den Namen Onzer Vrouwenhove, Kloostergoed und Rattenkasteel bekannt. Gegründet wurde das Kloster 1444 von Simoen Utenhove und seiner Ehefrau Margriete sBusers in den Wäldern von Waarschoot. Die Priorij spielte eine wichtige Rolle bei der Erschließung von Wald und Sumpfland. Davon zu unterscheiden ist die Kapelle des Kloosters von Waarschoot: Ihr Bau begann 1866 nach Entwürfen des Baumeisters J. Bethune im neugotischen Stil; die Weihe erfolgte am 12. Mai 1868.

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Ein weiterer Ortsbezug mit eigener Legende ist die Bevende Hazelaar: An einer Wegkreuzung in Waarschoot steht diese Linde mit einer Marienkapelle. Für Ihre Interessenwahl ergeben sich damit verschiedene historische Schwerpunkte: Kirchenkunst, Klostergründungen und Erinnerungsorte erzählen unterschiedliche Aspekte der Ortsgeschichte, ohne dass Sie sie zu einer einzigen Epoche zusammenfassen müssen.

Wanderungen, Radwege und Landschaftsgeschichte

Die Sint-Maurus-Wanderungen beginnen an der Sint-Mauruskerk im Weiler Beke in Waarschoot. Sie können zwischen drei Varianten über 7, 9 und 11 Kilometer wählen. Die Angaben geben Ihnen eine konkrete Orientierung nach Streckenlänge; eine Gehzeit oder Schwierigkeit ist damit nicht festgelegt. Für eine Radtour verbindet die 26 Kilometer lange Lieveroute Lovendegem, Waarschoot und Zomergem. Sie ist als Rundkurs über das flämische Fahrradknotenpunktnetz angelegt. So stehen einer Auswahl verschiedener Wanderlängen eine beschriebene, drei Orte verbindende Fahrradrunde gegenüber.

Die 75 Hektar großen Stuiverbossen gehören seit 1973 zum Provinzialgut Het Leen, das sich auch über die Gemeinden Eeklo und Oostwinkel erstreckt. Der Name Bellebargiebos wiederum verweist auf mittelalterliche Lastkähne: Sie transportierten Torf, Salz und Tuch über die Burggravenstroom nach Gent. Diese Namensgeschichte lenkt den Blick auf frühere Handelswege und die Waren, die über das Wasser bewegt wurden. Zum industriellen Erbe Waarschoots gehören außerdem der geschützte Fabrikschornstein der S.A.W. als erhaltenes Zeugnis sowie die historischen Gebäude Villa Van Ackere, auch Villa Rosebud genannt, die die textile Vergangenheit des Ortes veranschaulichen.

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