Gutes Brutjahr für Seeschwalben an der Nordsee
(Reisetipps Nordsee)
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Das Wattenmeer übt auf die meisten Nordsee-Urlauber eine Faszination aus, die die Feriengäste am intensivsten erleben, wenn sie sich direkt ins Wattenmeer begeben und die spezielle Tier- und Pflanzenwelt erkunden. Neben Muscheln, Queller und dem - obligatorischen - Wattwurm leben auch viele Küstenvogel-Arten am Rand des Wattenmeeres und nutzen es zur Nahrungssuche für sich und ihre Küken, die im Frühjahr schlüpfen. Feriengäste, die das Wattenmeer erkunden möchten, sollten sich nach Möglichkeit einem erfahrenen Wattführer anschließen, der neben dem interessanten Hintergrundwissen auch die nötigen Vorsichtsmaßnahmen bei einer Wattwanderung erklärt. Nordsee-Urlauber, die das Watt auf eigene Faust erkunden, müssen sich unbedingt an die Schutzmaßnahmen halten, die beispielsweise zum Schutz der am Wattenmeer brütenden Seevögel notwendig sind (Ferienwohnung Nordsee Schleswig-Holstein).
(Tönning) Während die Jungen der Sandregenpfeifer schon geschlüpft sind, brüten die meisten Vögel im Nationalpark Wattenmeer noch. Als letzte legen die Seeschwalben ihre Eier, die Brandseeschwalben auf Norderoog genauso wie die Küsten- und Flussseeschwalben im Neufelder Koog-Vorland an der Elbe, am Eidersperrwerk und auf Hallig Hooge.
Im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer brüten insgesamt etwa 3.500 Paare Küstenseeschwalben, 3.000 Paare Flussseeschwalben und 1.400 Paare Brandseeschwalben. Sie nisten meist in großen Kolonien. Ihre Nester sind einfache Mulden und liegen oft dicht nebeneinander.
In den letzten zehn Jahren haben Fluss- und Küstenseeschwalben nur sehr wenige Junge aufziehen können. Ein Grund waren Sommerhochwasser, die den Vögeln, die direkt an der Wasserkante brüten, zu schaffen gemacht haben. Untersuchungen haben aber auch ergeben, dass viele Küken der Seeschwalben zwar geschlüpft sind, jedoch die ersten Tage nicht überlebt haben. Ein Grund könnte der Klimawandel sein, der dazu beigetragen haben könnte, dass die richtige Nahrung fehlte, weil Fische wie Heringe zu anderen Zeiten gelaicht haben oder an anderen Stellen. Doch in diesem Jahr gibt es Hoffnung. Eine Probebefischung vor Hooge, durchgeführt von der Universität Hamburg in Zusammenarbeit mit der Schutzstation Wattenmeer im Auftrag der Nationalparkverwaltung Tönning, hat ergeben, dass Mitte Mai 2010 viele Heringslarven im Wasser schwammen. Das könnte bedeuten, dass die Seeschwalben-Küken, wenn sie Anfang Juni schlüpfen, zur richtigen Zeit geeignete Nahrung in passender Größe erhalten.
„Im Nationalpark Wattenmeer gilt das Motto ‚Natur Natur sein lassen’. Deshalb bitten wir um Beachtung der Brut- und Rastgebiete und um behutsames Verhalten“, erklärt Dr. Detlef Hansen, der Leiter der Nationalparkverwaltung. Seeschwalben und alle anderen Vögel sollen in Ruhe ihre Jungen aufziehen können.
Text: Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein
Foto: © M. Stock / LKN-SH
Datum: 19.05.2010
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