Watt-Rollstuhl für gehbehinderte Nordsee-Urlauber

Wattrollstuhl, Strandrollstuhl Nordsee
Der Watt-Rollstuhl ermöglicht gehbehinderten Nordsee-Urlaubern einen Ausflug ins Wattenmeer
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Für körperlich behinderte Nordsee-Urlauber tauchen am Ferienort oftmals unüberwindbare Hindernisse auf. Beispielweise kann das Watt – je nach Beschaffenheit und Festigkeit – nicht mit einem gängigen Rollstuhl befahren werden. Um gehbehinderten Feriengästen einen Ausflug ins Wattenmeer zu ermöglich, können Urlauber im schleswig-holsteinischen Tönning in dieser Sommersaison einen Strand- und Wattrollstuhl ausleihen. Für Feriengäste stehen in Tönning Ferienwohnungen und Hotels für Übernachtungen zur Verfügung. 

(Tönning) Seit diesem Sommer verleiht die Nationalparkverwaltung in Tönning erstmalig einen Rollstuhl fürs Watt. Der Rollstuhl ermöglicht das Wandern am Strand genauso wie im knöcheltiefen Watt und im flachen Wasser. Er wiegt 25 Kilogramm, ist 1,20 Meter breit, 1,90 Meter lang und leicht zu transportieren. Er ist bequem und stabil, widerstandsfähig gegenüber Sand und Salzwasser und einfach mit einer Hand zu steuern. Er kann von einer oder zwei Personen gezogen werden.

„Der Tiralo - Wattrollstuhl ist dem Nationalpark Wattenmeer für eine Saison zur Probe vom Kinderschutzbund Ostholstein zur Verfügung gestellt worden“, erklärt Josias-Henning Hamann von der Nationalparkverwaltung. Er wird kostenlos verliehen, wenn er in Tönning abgeholt und auch wieder dorthin zurückgebracht wird. Anmeldungen nimmt Josias-Henning Hamann entgegen, per Telefon 04861 616 33 oder per E-Mail an Josias-Henning.Hamann@lkn.landsh.de.

Der Kinderschutzbund Ostholstein e.V. setzt sich seit Jahren für barrierefreien Urlaub an Schleswig-Holsteins Stränden ein, denn auch behinderte Menschen und vor allen Dingen Kinder und Jugendliche haben die gleichen Urlaubswünsche wie nicht behinderte Touristen. Die Tiralo-Rollstühle werden seit 2007 an der Lübecker Bucht den Gästen angeboten und gerne genutzt. Die Idee dazu hatte der blinde Dipl.- Ing. Volker König aus Wedel, der seit Jahren mit der Förderung des Landes Schleswig-Holstein ehrenamtlich Projekte zur Integration behinderter Menschen initiiert und koordiniert und auf Nachhaltigkeit hin berät. „Wenn das Projekt erfolgreich verläuft, wird erwogen, den Rollstuhl als Dauerleihgabe nach Tönning abzugeben“, erklärt Bernd Heinemann, Geschäftsführer des Kinderschutzbundes in Ostholstein.

Der amphibische Tiralo-Rollstuhl wird von der Firma Ensoleillade hergestellt. Das ist ein staatliches Unternehmen mit behinderten Beschäftigten im französischen Department Pyrénées Atlantiques.

Text und Foto © Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein

Datum: 28.07.2009

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