Langwarden: Langwarder Groden und St.-Laurentius-Kirche

Gezeiten prägen den Langwarder Groden und geben Langwarden ein klares Nordseeprofil. Seit der Öffnung des Sommerdeichs im Jahr 2014 kann sich die Natur im Groden unter dem Einfluss der Gezeiten wieder natürlich entwickeln. Der Groden ist damit kein statischer Landschaftsausschnitt, sondern ein Naturraum, dessen Charakter vom Wasser geprägt wird.

Natur zwischen Gezeiten und Salzwiesen

Langwarden ist für den Langwarder Groden bekannt, ein einzigartiges Salzwiesengebiet mit Rundwanderwegen, das zahlreichen Tieren als Lebensraum dient und sich besonders zur Vogelbeobachtung eignet. Die Verbindung von Salzwiesen, Gezeiten und Tierlebensraum ordnet den Groden als Küstenlandschaft ein, in der Naturbeobachtung und Wasserbewegung zusammengehören. Der Groden wurde zum „Naturwunder des Jahres 2024“ gewählt. Durch das Gebiet führt ein gut fünf Kilometer langer, barrierefreier Rundweg. Die Länge von gut fünf Kilometern gibt dem Spaziergang einen überschaubaren Rahmen; die Barrierefreiheit kann bei der persönlichen Wegeplanung berücksichtigt werden. Beim Begehen des Langwarder Grodens sollten Sie die Hochwasserzeiten im Blick behalten. Eine nahegelegene Bushaltestelle für den Langwarder Groden heißt Langwarden, Ort.

Kirche, Orgel und historische Spuren

Die St.-Laurentius-Kirche in Langwarden ist ein romanischer Tuffsteinbau aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Früher diente sie Seefahrern als Orientierungspunkt. Auch als Lagerraum für Handelsgüter war sie gedacht, weil Handelsschiffe direkt östlich hinter der Kirche an einem Priel zum offenen Meer ankerten. Ihre Geschichte verbindet sakrale Baukunst mit maritimer Orientierung und früherer Handelsnutzung. Zur Ausstattung gehören eine Münstermannkanzel aus dem Jahr 1633 und eine 1650 von Hermann Kröger erbaute Orgel. Sie gilt als das bedeutendste erhaltene Orgelwerk aus der Mitte des 17. Jahrhunderts an der gesamten Nordseeküste und ist bei sommerlichen Orgelkonzerten zu hören.

Rund um die St.-Laurentius-Kirche liegt der Friedhof mit ungewöhnlichen Grabstätten, den sogenannten Grabkellern. Diese dienen seit Jahrhunderten als Begräbnisstätten für Verstorbene aus Butjadinger Familien im Kirchspiel Langwarden. Die Grabkeller verweisen damit nicht nur auf die Bestattungstradition, sondern auch auf die familiäre Geschichte des Kirchspiels. Der als „Friesenhügel“ bezeichnete Hügel ist der alte Friedhof des Ortes, der die frühere Kirche umgab. Eine weitere historische Besonderheit ist das Steinhaus: Es wurde vermutlich um 1400 aus Eifeltuffsteinen erbaut. Diese fielen als Abbruchmaterial der früheren Pfarrkirche, der „Olde Kerke“, auf dem Friesenkirchhof an. Beim Steinhaus wird die Verbindung zur früheren Pfarrkirche am Material nachvollziehbar. Vermutlich ist das Steinhaus, abgesehen von Kirchen, das älteste erhaltene Gebäude in der Wesermarsch. Wer der „Menschenspur“ auf dem Friesenkirchhof Langwarden folgt, löst eine verborgene Klanginstallation aus.

Für weitere Vergleiche können Sie außerdem die Ortsseiten zu Elsfleth (Elsfleth), Berne (Berne), Stollhamm (Stollhamm), Stadland (Stadland), Lemwerder (Lemwerder), Ovelgönne (Ovelgönne), Nordenham (Nordenham) und Jade (Jade) aufrufen.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Wesermarsch.

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