Willmsfeld zwischen Heidegeschichte und Boßeltradition
Unterkünfte in Willmsfeld
Auf den ausgedehnten Moor- und Heideflächen südlich von Westerholt entstand Willmsfeld als Westerholter Kolonie. 1892/93 verkaufte der Landwirt Johann Willms aus Terheide 150 Diemat Heideflächen an verschiedene Kolonisten. Die neue Kolonie hieß zunächst „Willms sien Feld“ und später Willmsfeld. Für Kulturinteressierte führt dieser historische Zugang unmittelbar zu den Anfängen der Siedlung und zu den Menschen, die den Boden bearbeiteten.
Von Heideflächen zu landwirtschaftlichen Nutzflächen
Die ersten Kolonisten kultivierten die kargen Moor-, Sand- und Heideflächen Willmsfelds und wandelten sie in landwirtschaftliche Nutzflächen um. Am Anfang stand keine fertige Kulturlandschaft, sondern die Arbeit der Kolonisten, die den vorhandenen Boden nutzbar machten. Die unterschiedlichen Bodenarten bilden dabei den konkreten Landschaftsrahmen der frühen Kolonie. Landwirtschaft und Siedlungsgeschichte gehören in Willmsfeld eng zusammen, weil die Nutzflächen erst durch die Arbeit der Kolonisten entstanden.
Orientierung mit Bus und Fahrrad
Zur Buslinie 378 gehören in Willmsfeld die Haltestellen Willmsfelder Hof, Grundschule und Heidehof. Die Linie verbindet Esens, Holtgast, Westerholt und Aurich und bedient Willmsfeld an der Haltestelle Willmsfelder Hof. Für die Anreise bietet diese Verbindung konkrete Bezugspunkte in Willmsfeld und zugleich eine Strecke zwischen mehreren Orten. Wer Willmsfeld mit dem Bus erreicht, kann die Ortsgeschichte mit weiteren Zielen entlang der Linie verbinden.
Die Radtour „Mit Rad up Pad“ führt auf ihrer Rücktour durch Westerholt, Willmsfeld und Eversmeer. Im benachbarten Westerholt kann das Heimatmuseum nach telefonischer Kontaktaufnahme auch an anderen Tagen öffnen. Für Radfahrende verbindet sich die Rücktour durch Willmsfeld so mit einem möglichen Museumsbesuch in Westerholt. An anderen Tagen ist dafür die telefonische Kontaktaufnahme vorab einzuplanen.
Boßeltradition und Ortsgeschichte
In Willmsfeld gibt es den Verein KBV „Good Holt“ Willmsfeld. Der Klootschießer- und Boßelverein „Good Holt“ Willmsfeld wurde 1918 von Christian Wübbenhorst, einem Haussohn aus Willmsfeld, und weiteren jungen Männern gegründet. Der vollständige Vereinsname verbindet Klootschießen und Boßeln. Die Vereinsgründung von 1918 folgt zeitlich auf die Entstehung der Kolonie in den Jahren 1892/93. Für Besucher, die regionale Bräuche und Vereinsleben kennenlernen möchten, ist dieser Bezug ein konkreter Bestandteil der lokalen Kultur.
Das angekündigte Willmsfelder Waldfest
Für den 3. August 2025 war das Willmsfelder Waldfest als alljährliches Fest angekündigt. Die Musikgruppe Störmwind aus Willmsfeld sollte dort auftreten. Das Fest sollte auf dem Vereinsheim- und Hundeplatzgelände des KBV „Good Holt“ Willmsfeld an der Auricher Straße 43, 26556 Westerholt, stattfinden. Die Anschrift liegt in Westerholt, während das angekündigte Fest den Namen Willmsfelds trägt.
Bronzezeitlicher Bezug im weiteren Umfeld
Im weiteren Umfeld von Willmsfeld werden die Goldschalen von Westerholt-Terheide aufgrund ihrer Verzierungen und vergleichbarer Funde bei Eberswalde in der Mark Brandenburg als bronzezeitliches Trinkgeschirr interpretiert, das möglicherweise bei Opferhandlungen verwendet wurde.
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