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Tiegem: Landschaft, Arnoldustradition und Architektur

Unterkünfte in Tiegem

2 Erwachsene · keine Kinder · 1 Zimmer
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Tiegem lässt sich von seiner Landschaft aus erschließen. Der Tiegemberg ist ein hoch gelegener Hügelgipfel am Schelde-Leie-Interfluvium und bietet einen außergewöhnlichen Orientierungsblick über die weitere Umgebung. Besonders das Leietal, markante Waldgebiete und erkennbare Kirchtürme prägen die Aussicht. Tiegemberg und Sint-Arnolduspark gehören zum geschützten kulturhistorischen Landschaftsbereich. So treten der Blick über die Landschaft und die Geschichte dieses benannten Bereichs gemeinsam in den Vordergrund.

Landschaft und Wege

Die Streuvelswandelroute erkundet die leicht hügelige Landschaft rund um den Tiegemberg und führt über unbefestigte Feldwege und Kachelwege zum Tiegemberg. Streuvels hielt sich häufig auf dem Hügel auf; die Route trägt diesen Ortsbezug bereits im Namen. Landschaftsform, Wegebeläge und Ziel geben der Tour ein konkretes Profil. Sie verbindet damit die Bewegung durch die leicht hügelige Umgebung mit einer lokalen historischen Beziehung.

Der Sint-Arnolduspark bietet Erholung für Spaziergänger und Naturliebhaber; außerdem gibt es dort einen Spielplatz für Kinder. Für ein Picknick im Park ist eine vorherige Reservierung erforderlich.

Sint-Arnolduskapel und religiöse Geschichte

Die Sint-Arnolduskapel steht am Hofdries, der als Ursprungsort von Tiegem bezeichnet wird. Als geschütztes Denkmal ist die Kapelle seit dem 31. Januar 2018 ausgewiesen. Erbaut wurde sie zwischen 1864 und 1866 vom Kortrijker Architekten Pierre Croquison. Bauzeit und Denkmalstatus markieren damit zwei unterschiedliche Zeitebenen.

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Die Verehrung des heiligen Arnoldus in Tiegem reicht bis 1457 zurück. Damals schenkte Guillielmus, Bischof von Serepthia und Abt der Sint-Pietersabdij van Oudenburg, der Kirche von Tiegem eine Reliquie; mit dieser Schenkung begann die Verehrung in Tiegem. In der Sint-Arnolduskapel findet jährlich vom 15. bis zum 23. August eine Sint-Arnoldusnovene statt. Die Geschichte des Ortes umfasst so sowohl einen frühen religiösen Bezug als auch einen wiederkehrenden Termin im Jahreslauf.

Villen und geschützte Bauwerke

Villa Zonnekracht ist ein kubistisches Wohnhaus aus ineinandergreifenden geometrischen Backsteinvolumen mit ein bis zwei Geschossen. Die Form wird durch diese Volumen und die Geschosszahl konkret greifbar. Die Villa war Landsitz und Atelier des Kortrijker Künstlers Lieven Colardyn (1894–1962).

Villa 't Vossenhol wurde um 1927 als Wohnhaus des Kunstmalers Staf Stientjes, alias Gustaaf D'Halluin, errichtet und später von ihm als Sommercafé betrieben. Huis Ten Berge auf dem Meuleberg wurde 1908 von Vital Moreels erbaut und bis 1914 vom Landschaftsmaler Valerius De Saedeleer (1867–1941) bewohnt. Die Künstlerhäuser unterscheiden sich somit in ihrer Verbindung von Wohnen und Kunst: bei Zonnekracht als Landsitz und Atelier, bei 't Vossenhol als Wohnhaus mit späterem Sommercafé und bei Huis Ten Berge durch den zeitlich eingegrenzten Aufenthalt De Saedeleers. Auch die Bergmolen, die Stampersmolen genannt wird, ist seit dem 23. Juni 1960 als geschütztes Denkmal ausgewiesen.

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