'Faster : Harder : Louder' – Kult-Festival Wacken Open Air 2008

'Faster : Harder : Louder' – Kult-Festival Wacken Open Air 2008
'Faster : Harder : Louder' – Kult-Festival Wacken Open Air 2008


Da denkt man als Nordsee-Urlauber nun immer, die Friesen seien ein ruhiges, bodenständiges Volk. Das sind sie vermutlich auch. Und trotzdem verstehen sie es, nach echter Metal-Manier zu feiern. Sind Sie Ende Juli an der Nordsee? Dann rocken Sie doch mal mit!

(sh-na) Gerade mal 1865 Seelen zählt das gemütliche Dörfchen Wacken. Vom 31. Juli bis zum 2. August werden es rund 71.000 mehr sein: Dann geht das legendäre Metal-Festival Wacken Open Air in die 19. Runde. Auch wenn die schwarz gewandeten Metal-Jünger, die dann in Scharen nach Schleswig-Holstein strömen, vielen suspekt erscheinen: Wacken ist nicht nur das weltweit größte Metal-Festival, sondern auch das friedlichste.

Die Vorbereitungen für das Wacken Open Air in knapp sechs Wochen laufen auf Hochtouren: Äcker müssen noch gemäht, Bühnen aus dem Boden gestampft und der örtliche Edeka mit Bier aufgerüstet werden, damit die internationale Metal-Gemeinde hier drei Tage lang unter dem Motto „Faster: Harder: Louder“ feiern kann.

Was 1990 mit einem Grüppchen von 800 Besuchern auf einem kleinen Acker bei Wacken begann, wuchs innerhalb weniger Jahre zum größten Metal Festival der Welt mit 72.500 Teilnehmern. Wer in diesem Jahr dabei sein will, musste schnell sein: Seit März ist das Festival restlos ausverkauft, bereits am ersten Verkaufstag wurden den Vorverkaufstellen 6.000 Tickets aus den Händen gerissen.

Die globale Bedeutung dieser Massenveranstaltung wird schon nach einem kurzen Blick auf die Seite www.wacken.com klar. Besucher haben die Wahl zwischen 16 verschiedenen Sprachen, damit auch Metaller aus Italien, Japan oder Russland den Weg ins Land zwischen den Meeren finden. Etwa ein Drittel der Besucher reist mittlerweile aus dem Ausland an, um auf dem 160 Hektar großen Festivalgelände den Shows von knapp 70 Bands zu huldigen. Beim kollektiven Head Banging mit dabei sind dieses Jahr neben der Hardrock–Legende „Iron Maiden“ Bands wie „Hatebreed“, „Nightwish“, „Killswitch Engage“ und „As I Lay Dying“.

Aber auch die Beilage zum musikalischen Hauptgericht ist nicht zu verachten: Wer zwischendurch mal eine Pause von den rund 120 Dezibel – das entspricht einem startenden Düsenjet - nötig hat, kann im Biergarten entspannt eine kühles Blondes schlürfen, die bundesweit einzigartige Festival–Tageszeitung lesen oder über die weltweit größte Metal–Verkaufsmeile schlendern. Nach den Konzerten geht die Party bis zum Tagesanbruch im „Headbangers Ballroom Zelt“ weiter.

Im März diesen Jahres erhielt das Wacken Open Air den „Live Entertainment Award“ für das Beste Festival des Jahres 2007. Ein Beweis dafür, dass Massenveranstaltungen nicht zwangläufig aus dem Ruder geraten müssen. Denn trotz des riesigen Ansturms kommt es so gut wie nie zu relevanten Sicherheitsproblemen oder Verletzungen.

Auch die Organisation ist beeindruckend: Ein eigener Zug, der „Metal Train“, sammelt von Stuttgart bis Itzehoe Festivalfans auf ihrer Wallfahrt zum Metal-Mekka ein. Auf der Website können sich Fans über die Mitfahrzentrale für Hin- und Rückfahrt zusammentun, ihre private Mobiltoilette buchen, Zeltplätze reservieren, über die Fotos für den festivaleigenen Kalender „Metal Dreamgirls“ abstimmen und sich ihren persönlichen Konzertplan zusammenstellen. Sogar Geldautomaten werden aufgestellt, damit niemandem die Scheine ausgehen.

Nach dem Festival ist vor dem Festival: 362 Tage haben Wackens Bewohner nach dem Spektakel Zeit, sich von den drei lauten Tagen zu erholen, bevor die schwarz gekleideten Metal-Fans erneut wie ein Heuschreckenschwarm über sie herfallen. Der Großteil der Wackener steht dem Festival sowieso positiv gegenüber, weil die jungen und meist friedlichen Metaller frischen Wind ins Dorf bringen und die Vermietung von Äckern als Zeltplätze die Haushaltskasse deutlich aufbessert.

Einen wunderbaren Einblick in den Zusammenprall dieser beiden Welten gibt der mehrfach ausgezeichnete Dokumentarfilm „Full Metal Village“ der koreanischen Regisseurin Sung-Hyong Cho (www.pingadw.com/b.js).

Text: Schleswig-Holstein (TASH)

Datum: 26.06.2008

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