Flugboot Dornier DO 24 beim WadJ 2008 in Wilhelmshaven erwartet

Flugboot Dronier 24 ATT beim WadJ 2008 in Wilhelmshaven (Foto: Wilhelmshaven Touristik- und Freizeit GmbH)
Flugboot Dronier 24 ATT beim WadJ 2008 in Wilhelmshaven (Foto: Wilhelmshaven Touristik- und Freizeit GmbH)

In Wilhelmshaven findet vom 04. bis 06. Juli 2008 wieder das „Wochenende an der Jade“ statt und lockt Tausende Nordsee-Urlauber und Einheimische an die Seestadt am Jadebusen. Als Highlight wird dieses Jahr ein Flugboot aus der Dornier-Reihe erwartet. Rundflüge mit diesem außergewöhnlichen Flugzeug sind möglich.

(Wilhelmshaven) Das diesjährige „Wochenende an der Jade“ hat mit dem Besuch des Flugbootes „Dornier DO 24 ATT“ noch ein zusätzliches Highlight bekommen. Der 1944 gebaute und aufwendig restaurierte Flug-Oldtimer ist durch die Welttour von Iren Dornier, dem 47-jährigen Enkel des Luftfahrtpioniers Claude Dornier (1884-1969) berühmt geworden. Sie ist das letzte flugfähige Modell dieser Art. Der Flug Iren Dorniers um den Globus stand unter der Schirmherrschaft des UN-Kinderhilfswerks UNICEF. Die 20-minütigen Rundflüge beim WadJ finden zugunsten der TABALUGA Kinderhilfe statt.

Rundflüge
10 Personen können für 200 Euro pro Person am Freitag, dem 04. Juli 2008 ab 12 Uhr, am Samstag, dem 05. Juli 2008 ab 12 Uhr und am Sonntag, dem 06. Juli 2008 ab 13 Uhr nicht nur den Flug in einem historischen Meisterwerk genießen, sondern auch die Faszination eines Wasserstarts und einer Wasserlandung erleben, denn Start und Landung finden vor dem Südstrand statt. Die Fluggäste werden mit einem Boot zum Flugboot gebracht. Teilnahmebestätigungen für die Flüge gibt es ab sofort bis Donnerstag in der Tourist-Information (Nordseepassage) und ab Freitag während des WadJ bei der Strandkorbvermietung am Südstrand und vor Ort.

Die DO 24 ATT
Seeflugzeuge üben auch heute noch eine besondere Faszination aus, sind sie doch in den beiden Elementen, die unsere Fantasie beflügeln, im Wasser und in der Luft, zu Hause. Die Dornier „DO 24 ATT“ ist inzwischen ein internationaler Star. Das Flugboot Dornier DO 24, ausgestattet mit drei Motoren, wurde in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts entwickelt. Der Erstflug einer DO 24 mit dem Kennzeichen D-ADLP wurde am 5. Juli 1937 in Manzell (Friedrichshafen) durchgeführt. Es wurden etwa 300 dieser Flugzeuge gebaut. Während des Zweiten Weltkrieges war dieses Modell überwiegend bei der Seenotfliegerei in Deutschland eingesetzt. Es war in der Lage, auch bei starkem Wind und hohem Seegang zu starten und zu landen. Der Rumpf war in Schotten unterteilt und die drei Motoren auf den Flügelflächen über dem Rumpf montiert. Es handelte sich um das erste Ganzmetallflugzeug.

Eine der DO 24 T war bis 1970 in Spanien auf Mallorca im Seenotrettungsdienst im Einsatz. Ein Jahrzehnt später wurde dieses Flugboot, gebaut 1944, mit Förderung des Bundesforschungsministeriums umgerüstet zur DO 24 ATT (Amphibischer Technologie-Träger). Dabei erhielt es einen neu konstruierten Flügel, moderne Propellerturbinen (statt der Kolbenmotore), ein zeitgemäßes Cockpit sowie ein aus- und einfahrbares Fahrwerk. Der "Jungfernflug" erfolgte am 15. April 1983. Die Maschine trug das Kennzeichen D-CATD. Nach Tests auf der Ostsee wurde das Projekt beendet, die Maschine ging über in den Besitz des Deutschen Museums in München und wurde in der Flugwerft Schleißheim ausgestellt. Iren Dornier, der Enkel des Firmengründers Claude Dornier, der mittlerweile auf den Philippinen lebt und dort die Regionalfluggesellschaft South-East-Asien-Airlines gründete, ließ sie 2003 zur Überholung nach Asien bringen. Sie ist das letzte flugfähige Modell dieser Art.

Die technischen Daten
Länge 21,95 m / Höhe auf Rädern 6,68 m / Flügelspannweite 30 m / Tragflügelfläche 100 qm / Antrieb 3 Pratt & Whitney Turboprobs mit je 1125 PS / Reisegeschwindigkeit 343 km/h / Startmasse von land 14.000 kg / Startmasse von Wasser 12.000 kg.

Wasserfliegerei in Wilhelmshaven
Die Wasserfliegerei hat in Wilhelmshaven eine lange Tradition. Wilhelmshaven war bis 1945 bedeutendster Standort für die Seefliegerei. Nach einer Kabinettsorder von Kaiser Wilhelm II wurde Wilhelmshaven Standort eines Seeflughafens. Auf dem heutigen Fliegerdeich etablierte sich 1914 die II. Marinefliegerabteilung für die Nordseestation. Es entstanden weitgehend bereits während des Ersten Weltkrieges einer der größten Seeflughäfen mit Hangars, Krananlagen, Fliegerablaufbahnen, Flugzeugwerft und dazugehörigen Gebäuden. Flugzeugbau unterstand der Kaiserlichen Werft Wilhelmshaven. Zwischen den Kriegen versuchte man im Seeflughafen Hochseefischerei, Kurbetrieb und auch zivile Seefliegerei.

Ab 1935 entstanden zum Teil neue Seefliegeranlagen. Es gab sehr große Fugboote, die sowohl militärisch wie auch für den zivilen Luftverkehr genutzt wurden. Die zivile Seefliegerei konnte sich zwischen den Kriegen aber nicht dauerhaft etablieren, denn die Bedeutung der Seefliegerei und die technische Entwicklung der Wasserflugzeuge gingen zeitgleich mit der Verbesserung der Reichweiten der Landflugzeuge (Non-Stop-Altlantik-Überquerungen) zurück.

Heute gibt es in Deutschland und im westlichen Europa überwiegend sportlich genutzte kleinere Wasserflugzeuge. Einige Marinen setzen die Wasserflugzeuge als Feuerlöschflugboote ein. In Ländern mit zum Teil geografisch schwierigen Verhältnissen erlebt die Wasserfliegerei eine Renaissance, wie z. B. in Skandinavien, Nordamerika und Asien. Von 1995 an fanden in den Folgejahren Internationale Wasserflieger-Treffen auf dem Banter See im Hinblick auf die EXPO AM MEER 2000 statt.

Text und Foto: Wilhelmshaven Touristik- und Freizeit GmbH

Datum: 01.07.2008

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