Wattenmeer ist UNESCO-Weltkulturerbe

Wattenmeer UNESCO Weltnaturerbe
Das Wattenmeer ist UNESCO-Weltnaturerbe
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Das Wattenmeer übt auf jeden Nordsee-Urlauber eine ganz besondere Faszination aus. Im Wattenmeer erleben die Feriengäste eine Welt zwischen Festland und Nordsee. Rund alle sechs Stunden ändert sich das Aussehen dieses auf der Erde einmaligen Landstriches komplett. Tiere und Pflanzen des Wattenmeeres haben sich über tausende Jahre an die besonderen Bedingungen im Watt angepasst. Auch diese Welt gilt es als Nordsee-Urlauber zu erkunden: Wattwürmer, Muscheln und Krebse lassen sich bei Ebbe bestens beobachten.

Jetzt wurden die Nationalparke Schleswig-Holsteinisches und Niedersächsisches Wattenmeer sowie das Wattenmeer-Schutzgebiet der Niederlande von der UNESCO zum Weltnaturerbe ernannt. Damit erhält der Tourismus in Schleswig-Holstein und Níedersachsen eine neue Dimension. Für Feriengäste stehen an der Nordsee Ferienwohnungen, Hotels, Pensionen und Campingplätze in Nordsee-Nähe zur Verfügung. 

(Westerhever) Staatssekretär Ernst-Wilhelm Rabius feierte kürzlich mit der schleswig-holsteinischen Westküste eines der wichtigsten Ereignisse in der Geschichte des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer seit seiner Gründung: Die Anerkennung als Weltnaturerbe. Das Welterbekomitee der UNESCO hat in Sevilla die Wattenmeer-Nationalparke von Schleswig-Holstein und Niedersachsen und das Wattenmeer-Schutzgebiet der Niederlande als Naturlandschaft von universellem Wert in die Welterbeliste der Menschheit aufgenommen.

"Wir sind sehr stolz auf diese Anerkennung, auf dieses Gütesiegel der Weltgemeinschaft", erklärte der Staatssekretär, als er am Leuchtturm in Westerhever ein Banner enthüllte mit der Aufschrift "Wir sind Weltnaturerbe". Und er fuhr fort: "Mit unseren Nationalparken im Wattenmeer gehören wir spätestens seit heute zur Weltspitze! Dies ist ein großer Erfolg für unsere gemeinsamen internationalen Bemühungen zum Schutz des Wattenmeeres und eine besondere Auszeichnung für die Naturschutzarbeit in Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Wahrhaftig ein Leuchtturm auf der Welterbeliste!"

Fast zehn Jahre wurde das Thema in der Region diskutiert und durch manchmal schwieriges politisches Fahrwasser gesteuert. Auf der Basis der Unterstützung in den Westküstenkreisen Dithmarschen und Nordfriesland hatte der schleswig-holsteinische Landtag im November 2007 einstimmig für eine Anmeldung entschieden. Das war die erste Sternstunde. Im Januar 2008 wurde der Antrag gemeinsam von Deutschland mit den Bundesländern Schleswig-Holstein und Niedersachsen und den Niederlanden bei der UNESCO in Paris eingereicht. Nachfolgend hat die Weltnaturschutzorganisation IUCN intensiv geprüft. Auf Empfehlung der IUCN sprach sich jetzt das Welterbekomitee der UNESCO für eine Anerkennung aus - eine weitere Sternstunde! Bei der Feier in Westerhever betonte Staatssekretär Rabius: "Nur ganz selten können wir einen solch bedeutenden Tag für Schleswig-Holstein feiern. Mein Dank gilt allen, die die Entwicklung des Nationalparks bis zu diesem herausragenden Tag begleitet haben."

Das Wattenmeer wurde unter allen drei angemeldeten Kriterien in die Liste des Welterbes aufgenommen. Damit ist bestätigt: Unser Wattenmeer besitzt sowohl hinsichtlich der geologischen und ökologischen Prozesse als auch hinsichtlich seiner Bedeutung für den Erhalt der biologischen Vielfalt eine weltweit herausragende Bedeutung. Es ist geologisch betrachtet eine sehr junge Landschaft, erst 10.000 Jahre alt, und wird ständig neu geformt von Wind und Gezeiten. Es zeigt auf einmalige Weise, wie sich Pflanzen und Tiere an die ständig wechselnde Landschaft anpassen, und es bietet ein Zuhause für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, die andernorts selten geworden sind. Rund 10.000 Arten von einzelligen Organismen und Pilzen, bis hin zu höheren Pflanzen und Tieren leben hier. Am spektakulärsten ist der Vogelzug im Frühjahr und Hebst mit bis zu zwölf Millionen Vögeln, die eine Rast im Wattenmeer einlegen.

Die Verleihung des Welterbestatus ist ein Meilenstein für die trilaterale Kooperation zum Schutz des Wattenmeeres, den Deutschland, die Niederlande und auch Dänemark seit vielen Jahren gemeinsam voranbringen. Für die Region bedeutet es einen außergewöhnlichen Imagegewinn. Von der Anerkennung sind erhebliche Impulse auch für einen naturverträglichen Tourismus zu erwarten. Der Nationalpark ist dafür gut gerüstet: mit Infozentren, Besucher-Informationen an vielen Zugängen, Nationalpark-Partnern, Rangern und der Kooperation mit den Naturschutzverbänden und dem Tourismus.

Text: Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume / nordlicht verlag 
 

Foto: © Monika Hecker

Datum: 03.07.2009

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