Störe im Multimar Wattforum

Ausflugsziel Nordsee Multimar Wattforum
Stör im Multimar Wattforum
(4.5) Bewertungen: 2

Das Multimar Wattforum ist ein beliebtes Ausflugsziel für Nordsee-Urlauber in Nordfriesland und Dithmarschen. Das Multimar Wattforum ist außerdem ein sehr lehrreiches Ausflugsziel, informiert es doch ausführlich und anschaulich über das Wattenmeer und seine Bewohner. Das Wattenmeer ist ein weitweit einzigartiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Da es besonders schützenswert ist, wurden die Nationalparke Niedersächsisches, Schleswig-Holsteinisches und Niederländisches Wattenmeer im Sommer 2009 als UNESCO Weltnaturerbe ausgezeichnet. Neben vielen anderen Fischarten leben im Multimar Wattforum in Tönning auch Störe. Die Knochenfische sehen recht urtümlich aus und sind in der Tat eine sehr alte Tiergattung (Hotel St. Peter-Ording).

(Tönning) Im Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum wurde jetzt das Aquarium „Block- und Geröllgrund“ umgebaut, um den beiden Stören „Max“ und „Moritz“ ein neues Zuhause zu geben. Zuerst wurden die Steinbutte und Wolfsbarsche aus dem Aquarium herausgenommen, um Platz für die Störe zu schaffen. Dann ließen Aquarienleiter Birger Kreutz und seine Mitarbeiter das Wasser bis auf wenige Zentimeter Höhe aus dem 20.000 Liter-Becken ablaufen und holten eineinhalb Tonnen Kies heraus, der später draußen als Regendrainage verwendet werden kann. Anschließend wurde der Boden mit genauso viel Sand aufgefüllt, so dass die Störe sich ihr Futter am Boden suchen können. Damit sie sich nicht einsam fühlen, leisten Katzenhaie, die auf ähnliche Art gefüttert werden, ihnen Gesellschaft.

Die beiden Störe „Max“ und „Moritz“ haben sich schon seit einigen Wochen in der „Quarantäne“ des Nationalpark-Zentrums Multimar Wattforum eingewöhnt. Sie sind etwa 1,40 Zentimeter lang und neun Jahre alt. Nur Kenner können sie unterscheiden – an der Kopfform. „Fridolin“ hingegen, der erste Stör im Multimar, bleibt im Großaquarium, weil er sich dort seit einem Jahr gut eingelebt hat.

Die Multimar-Störe kommen aus einem Aufzuchtprogramm zur Wiedereinbürgerung der Störe. Sie gehören zur Art des Atlantischen Störs (Acipenser oxyrinchus) und kommen heute noch vereinzelt in der Ostsee vor. Eine andere Art, der Europäische Stör (Acipenser sturio) war früher in der Nordsee und im Wattenmeer weit verbreitet. Die Störe wanderten zum Laichen in die Flüsse. Doch mit ihrem Laich, dem „Kaviar“, konnte man reich werden. Und so wurden die Tiere gefangen, bis zu 10.000 Störe jährlich in der Elbe, bis zu 150 jährlich in der Eider. Die Eider war im 20. Jahrhundert der letzte Fluss, den die Störe als Brutgebiet und Kinderstube nutzen konnten. Der letzte Stör wurde hier im August 1969 gefangen. Damit war der Stör im Wattenmeer ausgestorben. Heute leben nur noch wenige tausend Tiere dieser Art an der französischen Atlantikküste und im Fluss Gironde.

Text: Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum

Foto: © Monika Hecker / Multimar Wattforum

Datum: 06.09.2010

Deine Meinung

Bewertung (5 ist super, 1 ist nicht so toll):  

Kommentar (0)

Keine Kommentare

Werbung

Folgen auf Facebook oder Google+

 


News

Zugvogeltage in Cuxhaven
Das Wattenmeer gehört zu den interessantesten und außergewöhnlichsten Naturlandschaften an der Nordseeküste. Es erstreckt sich vom dänischen Esbjerg im Norden bis an die holländische Küste. Die gesamte deutsche Nordseeküste ist Bestandteil des Nationalparks Wattenmeer.
Meeresmüllforscher im Multimar Wattforum
Das Multimar Wattforum in Tönning an der Eider feiert in diesem Jahr bereits sein 20-jähriges Jubiläum. In dieser Zeit hat es sich nicht nur zu einem gefragten Besuchermagnet als Informationszentrum für den Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer entwickelt, sondern macht auch mit einem anspruchsvollen Bildungs- und Veranstaltungsprogramm auf sich aufmerksam.
Cuxhaven: Herbstferien ohne Langeweile
Das Nordseeheilbad Cuxhaven nimmt bezüglich seiner Struktur, Geschichte und Größe eine Sonderstellung unter seinesgleichen ein. Die exponierte Lage an den Mündungen von Elbe und Weser sind die besten Voraussetzungen für ein äußerst vielfältiges Angebot.