Klimaschutz Insel Juist

Klimaschutz Insel Juist
Klimaschutz Insel Juist
(4.5) Bewertungen: 2

Die Nordsee-Insel Juist, von Feriengästen und Insulanern liebevoll Töwerland (Zauberland) genannt, gehört zu den Ostfriesischen Inseln, die sich zwischen Wattenmeer und Nordsee vor der Ferienregion Ostfriesland erstrecken. Jetzt wurden zwei Klimaschutz-Projekte auf der Insel Juist ausgezeichnet, die langfristig zum Erhalt des Töwerlands beitragen und den Tourismus bzw. seine Folgen ein Stück weit ausgleichen (Ferienwohnung Juist).

(Insel Juist) Ich habe da eine gute und eine schlechte Nachricht – und fange mit der schlechten an, dann bleibt am Ende des Artikels hoffentlich die Hoffnung im Vordergrund: Wir bekommen ja durch die Medien immer wieder den eher unschönen Begriff „Klimawandel“ um die Ohren gehauen. Die Folgen davon sind für so einen kleinen Sandhaufen im Meer wie Juist zum Beispiel natürlich besonders gravierend. Vielen Klimaforschern rechnen ab dem 21. Jahrhundert mit einer deutlichen Beschleunigung des Meeresspiegelanstiegs. Da so eine Strandoberfläche nur mit einem sehr flachen Winkel ansteigt, kann schon ein um 1 Meter erhöhter Meeresspiegel einen Verlust von 50 bis 100 Meter Strand zur Folge haben. Versuchen Sie sich das mal für Juist vorzustellen…

Und dann gibt es auf der anderen Inselseite ja noch die wunderbaren Salzwiesen, die einen unverzichtbaren Lebensraum für unzählige Tiere darstellen und ökologisch als besonders wertvoll gelten. Auch diese sind natürlich durch dauerhafte Überflutung gefährdet. Auch sagen die Klimaforscher durch den Klimawandel immer heftigere Sturmfluten in immer kürzeren Abständen voraus. Das ist alles ganz schön beängstigend und hat so einen Weltuntergangs-Geschmack, wie ihn eigentlich nur Roland Emmerich im Kino hinbekommt… deswegen komme ich jetzt ganz schnell mal zur guten Nachricht: an ganz vielen Stellen wird ganz viel in Sachen Klimaschutz getan. So zum Beispiel auch auf dem Töwerland und da man Gutes tun, drüber reden und stolz auf sich sein sollte, kann ich Ihnen da von zwei Auszeichnungen berichten:

1.) Im Rahmen des Niedersächsischen Klimaschutzwettbewerbs „Klima kommunal 2010“ hat die Inselgemeinde für das Konzept „KlimaInsel“, welches vom Oldenburger Energiedienstleister EWE stark unterstützt wird, einen Geld-Preis in Höhe von 50.000 Euro bekommen. Das Preisgeld betrug jeweils maximal 80% der Projektkosten und höchstens genau diese Summe, die Juist nun weiter in seine Klima-Projekte stecken kann. Da sind viele Ideen in den klugen hiesigen Köpfen – in konkreter Vorplanung ist da ein eigener Internetauftritt für das KlimaInsel-Projekt, eine „Co2-Diät“ (die Möglichkeit für jeden Vermieter, Gastronom usw., mit Hilfe von EWE-Fachleuten und gegen geringe Gebühr einen individuellen 4 Jahres-Plan in Sachen Co2-Reduzierung für Ihren Betrieb zu erstellen) und die Entwicklung eines Bildungsprogramms „Energie clever nutzen“ für die Juister Schul- und Kindergartenkinder.

„Wir freuen uns riesig, dass unser Engagement ausgezeichnet wird und wir dank des Preisgeldes das Projekt nun noch stärker vorantreiben können. Als klimafreundliche Insel wollen wir natürlich auch für unsere Gäste attraktiver werden und sie darüber hinaus dazu animieren, auch zu Hause einen Beitrag für den Umweltschutz zu leisten“ meinte dazu unser Bürgermeister Dietmar Patron.

2.) Der Bundesverband Wärmepumpe e.V. hat der Inselgemeinde im Rahmen des Wettbewerbs “Kommunen für Klimaschutz” den zweiten Preis verliehen. Damit wurde die 2007 im Meerwasser-Erlebnisbad installierte Kombination aus Wärmepumpe und Solar-Anlage ausgezeichnet. Dadurch konnte in dem Schwimmbad nämlich rund 35% an Energie eingespart und die Umwelt geschont werden. Das macht doch schon alles ein bisschen Mut und Glauben, dass die große und die kleine Juister Welt in Sachen Klimawandel vielleicht doch noch mit nur einem blauen Auge davon kommt…

Text: Uta Jentjens/Kurverwaltung Juist

Foto: © Steffi Pelz

Datum: 25.10.2010

Deine Meinung

Bewertung (5 ist super, 1 ist nicht so toll):  

Kommentar (0)

Keine Kommentare

Werbung

Folgen auf Facebook oder Google+

 


News

Harte Schale – weiche Tiere
Sie sind eng miteinander verwandt. Sie haben eine harte Schale, sind doch Weichtiere und gehören zu den bekanntesten Bewohnern des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Wer hat nicht schon einmal von einem Ausflug an den Strand oder ins Watt eine Muschel oder das Gehäuse einer Schnecke mitgebracht? Grund genug, Muscheln und Schnecken zu den Hauptakteuren des Nationalpark-Themenjahres 2018 zu küren.
Bühne frei im Nordseeheilbad Cuxhaven
Das Nordseeheilbad Cuxhaven ist eine Mischung aus urbanem Zentrum für die umliegende Nordseeküste, Hafenstadt mit maritimem Flair und gleichzeitig selbst eines der größten und bekanntesten Nordseebäder Deutschlands. Die exponierte Lage zwischen den Flussmündungen von Weser und Elbe macht Cuxhaven auch für Tagesgäste zu einem beliebten Ausflugsziel. Die Vielzahl jährlicher Veranstaltungen tut ein Übriges dazu, Cuxhaven zu seiner Attraktivität zu verhelfen.
Nachhaltiger Tourismus - grenzübergreifend
Dass Touristiker und Naturschützer in der Nationalpark-Region erfolgreich und auf Augenhöhe zusammenarbeiten, zeigte einmal mehr die 15. Fachtagung „Natur und Tourismus“ in Hörnum auf Sylt, wo sich rund 100 Vertreter beider Sektoren trafen und sich in Vorträgen und persönlichen Gesprächen über aktuelle Themen austauschten. Veranstalter des jährlichen Treffens ist die Nationalparkverwaltung gemeinsam mit der Nordsee-Tourismus-Service GmbH, Dithmarschen Tourismus, dem WWF und der Fachhochschule Westküste. Regionaler Kooperationspartner war diesmal die Sylt Marketing GmbH.