Amrum im Winter

Kniepsand im Winter
Kniepsand im Winter

Urlaub am Meer wird meist mit Baden und Sonne in Verbindung gebracht. Dennoch betrachten immer mehr Gäste die Küste zu jeder Jahreszeit als Erlebnis. Der Reiz liegt in ungewöhnlichen Kombinationen von Wetter, Licht und Natur. Ein Beispiel dafür ist die Nordseeinsel Amrum im Winter. Die folgende Zeilen entnahmen wir einem Text von nordseetourismus.de aus Husum.
Die Fähre fährt nach Westen, das Ziel ist Amrum. Die Dämmerung senkt sich über das Wattenmeer, es riecht nach frischem, kalten Meer und am frühen Abend liegt mehr als nur eine Ahnung von Schnee in der Luft. Die See rauscht am Kiel des Schiffes und je weiter die MS Schleswig-Holstein im Tidenstrom der Norderaue nach Südwesten steuert, desto kräftiger werden die Wellen. Ein samtenes, zunehmend dunkler werdendes Blau liegt über der Nordsee. Das Licht des Amrumer Leuchtturmes flackert in die beginnende Nacht. Hier, weit weg vom Rest der Welt, ist ein Winterurlaub an der Nordsee besonders romantisch. Einsam liegt Amrum in der See, der kilometerbreite Kniepsand schützend vor der Insel. Dieser Sand ist dem Meer entstiegen - was an der Wasserkante angetragen wird, nimmt der Wind mit.
Vor vierzig, fünfzig Jahren stand hier draußen auf dem Kniepsand zwischen Nebel und Norddorf Bude um Bude. Gebaut waren sie aus Treibgut, Brettern zumeist, und geschmückt mit allem, was das Meer auf den Strand warf. Windschiefe Hütten, die kaum einen Sommer hielten, und eine „Burg“ als künstlerische Installation mit Kultstatus - Panchos Burg; eine verschworene Gemeinschaft waren die Leute auf dem Kniep und manche Party legendär. Heute heult hier nur noch der Wind und donnert die Brandung. Fort sind die Hütten und verweht sind die Stimmen.
Eine Hütte aus Strandgut aber steht noch. Gezimmert ist die Bude aus groben Brettern und eine Folie als Fenster, Mobiles aus Muscheln an der Decke, Bastelbilder an der Wand, Schränkchen mit sonderbarem Strandgut. Ein Tisch und Bänke dazu. Sie ist gemütlich und – bei schwerem Wetter – ein beschützender Raum. Man kann im Hüttenbuch nachlesen, wie oft einsame Wanderer im Winter Schutz und Geborgenheit zwischen diesen Wänden gefunden haben. Das Ding ist solide und hat manchen Orkan, manche Sturmflut überstanden. Draußen, weit im Westen, grollt und tobt die Nordsee.

Foto: © Kai Quedens

Datum: 08.01.2020

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