Erlebnisse im Deutschen Auswandererhaus® in Bremerhaven

Ausflug Nordsee Deutsches Auswandererhaus Deutsches Auswandererhaus® in Bremerhaven

Was unsere Familie mit Ottmar Mergenthaler, Johanna Ostermann und Paul Lemke und Manfred Schnetzer verbindet? Nichts. Zumindest nicht bis zu unserem Besuch im Deutschen Auswandererhaus in Bremerhaven. Denn dort haben wir das Leben dieser „fremden“ ein stückweit begleitet, haben erfahren, warum sie ihr Heimatland Deutschland verließen, wie es ihnen „drüben über den großen Teich“ erging und was aus ihren Nachkommen geworden ist. Vier Schicksale, stellvertretend für 7 Millionen Auswanderer, die Deutschland über Bremerhaven verließen.

Auf den ersten Blick wirkt beides unscheinbar – sowohl Name wie auch Äußeres des Museums direkt im Hafen von Bremerhaven. Deutsches Auswandererhaus – das klingt nach trockener Information darüber, wie und wie viele Deutsche von diesem Hafen aus das Land verließen.

Deutsches Auswandererhaus - Abschied am KaiEin Besuch dort belehrt jedoch alle Skeptiker eines Besseren. Sofort nach dem Betreten des Museums wurden wir als Besucher von der Atmosphäre gefangen genommen, die die aufwändig und naturgetreu rekonstruierte Szenerie bot. Ein spärlich beleuchteter Kai, wartende Familien in der Kleidung ihrer Zeit, Gepäckstücke und originalgetreue Geräusche vermitteln einen authentischen Eindruck davon, wie es den insgesamt mehr als 7 Millionen Auswanderern ergangen sein muss, die zwischen Beginn des 19. Jahrhunderts und 1976 über Bremerhaven ihre Heimat - meist für immer - verlassen haben. Ziele waren dabei hauptsächlich die USA und Argentinien. Nähert sich der Besucher den an sich stillen Protagonisten, erfährt er mehr über die Beweggründe, die Wünsche, Vorstellungen, aber auch über die Ängste und Sorgen der Auswanderer. Und die Gedanken an die Heimat, die nicht nur auf deutschem Boden lag.

Deutsches Auswandererhaus - Speisesaal über dem AtlantikNächste Station im Deutschen Auswandererhaus ist dann das imaginäre Schiff, welches wir auf der Gangway betreten. Am Beispiel von drei Schiffstypen, einem Segelschiff, einem der ersten Dampfschiffe und einem Motorschiff, werden originalgetreu die sich verändernden Bedingungen für die Passagiere auf der bis zu einmonatigen Überfahrt gezeigt. Hier trafen wir an verschiedenen Stellen „unseren“ Passagier wieder, denn anhand von authentischen Personen kann der Lebensweg von Auswanderern verfolgt werden, von den Gründen für die Auswanderung über die Fahrt selbst bis zur weiteren Existenz im Zielland.

Oft hat man von den abenteuerlichen Einreisebedingungen für Einwanderer in die USA gehört. Das Deutsche Auswandererhaus bietet Gelegenheit, sich selbst in deren Lage zu versetzen und zumindest einen Teil der Fragen zu beantworten, die jeder Einwanderer auf Ellis Island, der „Insel der Tränen“ in New York, zu beantworten hatte. Danach wurde innerhalb von Minuten entschieden, ob die Einwanderung seitens der USA-Behörden genehmigt war oder die Person zurückgeschickt wurde – für heutige Bedingungen unvorstellbar, und auch dazumal bedeutete eine Abweisung das Ende eines Lebenstraumes.

Ein abschließender Film zeigte uns Lebenswege von Auswanderern und deren ganz unterschiedliches Verhältnis zu ihrer alten Heimat. Auch die Nachkommen von Auswanderern kommen zu Wort und berichten, welche Rolle dieser Schritt der Vorfahren im Familienleben spielte und noch heute spielt.

Deutsches AuswandererhausNicht zuletzt bietet das Deutsche Auswandererhaus eine Datenbank von Personen, die über den Hafen von Bremerhaven aus Deutschland ausgewandert sind. Für jeden Gast ist hier eine kostenfreie Grundrecherche möglich, was wir natürlich sofort nutzten. Das Migrationsforum beschäftigt sich abschließend mit der Thematik, die Deutschland heute für Auswanderer spielt – als Einwanderungsland. 


Das Deutsche Auswandererhaus ist in seiner Art als Brennpunkt von Lebensläufen ein einzigartiger Spiegel der gesellschaftlichen Realität über Jahrzehnte hinweg. Völlig zu Recht wurde es 2007 zum Europäischen Museum des Jahres berufen.

Zurück bleibt eine emotionale Verbundenheit mit „unseren“ Auswanderern, die allein durch diese hervorragend gestaltete Ausstellung zustande kam und das Thema „Auswanderung“ weit über statistische Werte hinaus erlebbar und begreifbar gemacht hat.

Text: Rainer Höll, Fotos © Rainer Höll, Deutsches Auswandererhaus/Werner Huthmacher (2.v.o.)

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