Cleopatrabad bis Hamam

Hamam (Foto: Rainer Höll) Hamam (Foto: Rainer Höll)

Cleopatrabad
Die ägyptische Herrscherin Cleopatra gab diesem Bad den Namen. Der Überlieferung nach soll sie zur Schönheitspflege in Eselsmilch gebadet haben. Heute wird zu solchen Bädern in der Regel Kuhmilch verwendet, auch andere Zusätze wie Öle sind üblich. Unter Cleopatrabad wird heute auch das unverdünnte Auftragen von Milch oder Ölen auf die Haut verstanden.

Fangokur
Unter Fango versteht man heißen, geruchlosen Mineralschlamm aus Vulkanerde, der vor der Anwendung als Schlammpackung speziell aufbereitet werden muss. Dabei wird er mit organischen Substanzen angereichert. Der Körper wird in etwa 50 °C heiße Fangopackungen gehüllt, die erweiterten Gefäße beschleunigen den Blutkreislauf. Durch die Algenbestandteile wird außerdem im Körper die Bildung schmerzstillender Substanzen angeregt.

Der positive Einfluss der Wärme wird zur Linderung rheumatischer Beschwerden und Verspannungen eingesetzt. Die Mineralsalze haben eine positive Wirkung auf den Säurehaushalt der Haut und können sogar gegen Schuppenflechte helfen. Die starken Wärmereize der Fangopackungen können negative Auswirkungen bei Bluthochdruck und Herzerkrankungen haben.

Farbtherapie
Die Wirkung von Farbe auf die Gesundheit und den menschlichen Körper wurde bereits in den altägyptischen und chinesischen Kulturen angewandt. In Deutschland war es J. W. von Goethe, der die Wirkung von Farben auf die menschliche Psyche untersuchte.

Vertreter der Farbtheorie gehen davon aus, dass es im Körper Meridiane für Licht ähnlich denen für den Energiefluss bei Akupunktur gibt. Unterschiedliche Farben stehen für unterschiedliche Wirkungen auf das menschliche Verhalten. Oft wird nach dem Gang in das Farbtherapiestudio eine positive Wirkung auf das Nervensystem beobachtet. Jedoch existieren unterschiedliche und zum Teil widersprüchliche Theorien über die Wirkungen bestimmter Farben.

Fußreflexzonenmassage
Diese Massage zur Stimulation erkrankter Körperbereiche und Organe wurde bereits in den alten Kulturen Ägyptens, Indiens und Chinas angewandt. Die Behandlung baut darauf, dass sich an den Fußsohlen sogenannte Reflexwege zu anderen Körperbereichen befinden, die durch Massage aktiviert werden. Störungen anderer Organe sollen dadurch beeinflusst werden können.

Die Fußreflexzonenmassage basiert auf ähnlichen Prinzipien wie die Akupunktur. Sie gehört zum Ausbildungsprogramm der Physiotherapeuten und kann offenbar Selbstheilungskräfte des Körpers mobilisieren. Für Schwangere und Personen mit akuten Entzündungen ist die Fußreflexzonenmassage nicht geeignet.

Hamam
Hamam ist nichts anderes als ein türkisch-orientalisches Bad. Die Tradition des Badehauses wird vor allem in der Türkei von Generation zu Generation vererbt.

Erste Station ist der Bauchstein, der dem Körper die erste Wärme zuführt, indem der Badegast sich auf ihn legt. Dann folgt der „Sogukluk“, wo etwa 30 bis 40 °C Raumtemperatur herrscht. Im Dampfbad verrichtet der Tellak, der türkische Bademeister, dann sein Werk, indem er den Badenden einseift, kräftig massiert und mit einem Handschuh aus Ziegenhaar alte Hautschuppen entfernt. Die allmählich ansteigende Temperatur während des Rituals vermeidet Überlastungen des Kreislaufsystems. Im Ruheraum lässt der Badegast schließlich die etwa zwei Stunden dauernde Prozedur in entspannender Atmosphäre ausklingen. Hamam bedeutet Entspannung für den Körper und Ruhe für die Seele.

Foto: Rainer Höll

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