Hafenrundfahrt in Wilhelmshaven

Ausflugsziel Wilhelmshaven Hafenrundfahrt in Wilhelmshaven

Was ist neben Wattwandern ein Muss für jeden Nordsee-Urlauber? Natürlich – eine Schiffsfahrt hinaus auf hohe See – oder wenigstens eine Hafenrundfahrt, wenn die Landratten dem Blanken Hans nicht ganz so weit trauen. Auch wir haben uns für unseren Familienurlaub eine Ausflugsfahrt per Schiff vorgenommen und als Ausgangspunkt Wilhelmshaven gewählt. Wilhelmshaven liegt einerseits am schützenden Jadebusen, einer rund 200 qkm großen Meeresbucht, die bei Ebbe zu einem Großteil trocken liegt. Andererseits wird in Wilhelmshaven am Jadefahrwasser derzeit am einzigen deutschen Tiefwasserhafen, dem JadeWeserPort, gebaut, was unsere Neugier geweckt hat.

Nach der kilometerweiten Einfahrt von der Autobahn in das Zentrum von Wilhelmshaven waren wir dann in der Nordseestadt schnell am Ziel, denn der Helgolandkai, Start unserer Schiffstour, ist gut ausgeschildert. Im Vertrauen auf die Ortsangabe fuhren wir den Kai entlang bis zum Ende, als die legendäre Kaiser-Wilhelm-Brücke schon erreicht war.

Kaiser-Wilhelm-Brücke in WilhelmshavenDie rund 160 Meter lange imposante Drehbrücke wurde 1907 eingeweiht und galt dazumal als größte Drehbrücke Europas. Heute ist sie immerhin noch die größte ihrer Art in Deutschland. Jonas, unser zwölfjähriger Beifahrer, entdeckte dann auch rechterhand das von uns gewählte Schiff: „Dort steht die Harle Kurier“, rief er mit erwartungsvollem Blick. Direkt am Kai finden Ausflügler ausreichend Parkmöglichkeiten vor, um ihren fahrbaren Untersatz zeitweilig gegen einen schwimmenden eintauschen zu können.

Die Begrüßung durch die Besatzung war von typisch nordischer Freundlichkeit, es war zu merken, dass August und seine Kollegen Erfahrung mit allen Typen von Passagieren gesammelt hatten. Besonders gut kamen bei den kleinen Matrosen natürlich die Gummibärchen an!

Leuchtturm Arngast im JadebusenDie Hafenrundfahrt begann mit einem Abstecher in den Jadebusen, zum Leuchtturm Arngast, mitten in der Bucht, die vor Jahrhunderten als Ergebnis einer Sturmflut entstanden war. Da gerade Ebbe herrschte, konnte man gut erkennen, dass der Leuchtturm auch zu Fuß vom Festland erreichbar ist.

Die Kommentare des Käpt’ns zu Sehenswertem an Back- und Steuerbord kamen professionell und sehr informativ aus dem Lautsprecher, mit geübter Kommentatorstimme, auch süddeutsche Fahrgäste dürften damit keine Probleme gehabt haben. Unser Blick wurde durch die Informationen hin- und hergeworfen, vom Badeort Dangast im Südwesten bis zu den nahegelegenen Nordseebädern Eckwarderhörne und Tossens (unserem Urlaubsort), die sich „gefühlt“ nur wenige hundert Meter von Wilhelmshaven entfernt auf der östlich des Jadebusens gelegenen Halbinsel Butjadingen befinden.

Marinehafen in WilhelmshavenEin besonderes Erlebnis war die Rundfahrt im Marinehafen. Die Geschichte Wilhelmshaven ist eng mit der deutschen Kriegsmarine verflochten, wurde die Nordseestadt doch 1869 direkt zu diesem Zweck gegründet. Heute ist Wilhelmshaven der größte Standort der deutschen Marine. Mit einer Informationsvielfalt über die einzelnen Marineschiffe, die auf eine Vergangenheit des Sprechers dort schließen ließen, wurden die Fahrgäste mit den Details der verschiedenen Schiffstypen bekannt gemacht. Menschen waren weder an Bord noch auf den Kais zu erkennen, aber es war ja auch Sonnabend.

Dann ging der Törn noch ein Stück nach Norden Richtung Niedersachsenbrücke, auf die Höhe von Ölhafen und Stückguthafen, vorbei am Steinkohlekraftwerk, welches von See über den eigenen Kai mit Kohle beliefert wird. Nur von Weitem konnten wir die Baustelle des JadeWeserPorts erkennen. Dieser Hafen wird einmal Deutschlands größter Tiefwasserhafen werden, für Containerschiffe mit einem Tiefgang bis zu 14 Metern. Er soll die bestehenden großen Häfen von Hamburg und Rotterdam entlasten und/oder ergänzen.

Im Anschluss ging es vorbei an zahlreichen Grünflächen und ebenso vielen Seglern zu unserem Ausgangspunkt am Helgolandkai. Unser Familienausflug auf der „Harle Kurier“ hat uns viele interessante Einblicke beschert und uns die Stadt Wilhelmshaven neben den Sehenswürdigkeiten an Land auch von Seeseite aus erleben lassen.

Text: Rainer Höll, Fotos © Rainer Höll (3), Klaus-Peter Wolf/PIXELIO (1) 


Ausflugstipp Wilhelmshaven
Wenn Sie sich für einen Törn vor Wilhelmshaven interessieren, empfehlen wir Ihnen die Reederei Warrings. Neben Hafenrundfahrten werden auch Naturerlebnisfahrten ins Wattenmeer angeboten. Außerdem sind Kombitickets mit den Wilhelmshavener Museen möglich (www.reederei-warrings.de).

Kommentar (0)

Keine Kommentare

Werbung

Folgen auf Facebook oder Google+

 


News

Das Erlebniszentrum Naturgewalten Sylt
Deutschlands nördlichste Insel Sylt ist nicht nur ein Touristenmagnet ersten Ranges, sondern auch Schauplatz von Naturgewalten vor allem in Form von Küstenveränderungen durch das Wirken von Wasser und Wind. Das Erlebniszentrum Naturgewalten in List präsentiert deren Wirken.
Naturverträglicher Tourismus in Ostfriesland
Wie in allen Urlaubsregionen sind auch in Ostfriesland an der niedersächsischen Nordseeküste die Interessen von Natur und Tourismus nicht immer deckungsgleich. Hier einen tragfähigen und nachhaltigen Kompromiss im Sinne der Gäste zu finden, ist das Anliegen aller Beteiligter.
Kultur und Geschichte an der dänischen Nordseeküste
Die dänische Nordseeküste gehört zu den faszinierendsten Landstrichen an Europas Küsten. Zwischen Kap Skagen im Norden und der deutschen Grenze verläuft fast durchgängig ein breiter Dünenstreifen mit zum Teil atemberaubenden Klippen, ehe die Küste südlich von Esbjerg den nördlichsten Teil des Wattenmeeres bildet.