Auf den Spuren alter Strandungen

Das Wrack der City of Bedford
Das Wrack der City of Bedford
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Es ist Teil der Seemannsromantik – das Ende vieler Schiffe am Strand vor dem Festland oder einer Insel. Besonders vor der Insel Amrum sind zahlreiche solcher Vorfälle registriert, denn die Insel ist dafür besonders „geeignet“.
Der Sturm trifft unmittelbar auf die Insel, die Strömungen sind tückisch, die wandernden Sandbänke und Untiefen manchmal ein Verderben für die Seefahrer - Amrum, das ist auch die Insel der Strandungsfälle. Spätestens seit 1998 verbindet man Amrum auch mit Schiffswracks – am 29.10.1998 strandete sechs Seemeilen westlich der Insel der brennende Holzfrachter „Pallas“. Und brachte den Bezug Amrum und Schiffstrandungen ins bundesdeutsche Bewusstsein. Es ist der bislang größte Fall dieser Art an der deutschen Nordsee-Küste.
Früher lockten die Insulaner Schiffe mit falschen Feuern ins Verderben, um Beute zu machen. Später, unter behördlicher Obhut, machten sie mit legalen Bergungsarbeiten immer noch gutes Geld, mitunter ein Vermögen. Heute gibt es nur noch sehr wenige Zeugen, Wracks, dieser Tragödien zu sehen – sie liegen weit draußen, sind versandet und wieder versunken.
Und ein Wrack vor Amrum kann man – mit qualifizierter Wattführung! – doch besuchen: die „City of Bedford“, gelegen draußen im Watt zwischen Sylt, Föhr und Amrum. Wattführer Dark Blome erzählt die Geschichte, so wie sie ihm erzählt wurde. Ob sie so stimmt? Es bleibt ein Geheimnis. Also. „Dies ist das Wrack der ,City of Bedford´, sie verunglückte am 2. Februar 1825“, sagt Dark Blome, er steht zwischen den Holzspanten des Unglückschiffes. Viel zu sehen gibt es nicht, aber eine Geschichte zu hören: „Sie war unterwegs von England nach Dänemark und hatte vermutlich Salpeter geladen. Die ,City of Bedford´ geriet in einen Sturm und konnte offenbar nicht dagegen an manövrieren.“ Sturm und Strömung trieben Schiff und Besatzung ins Verderben. Als das Schiff in das Labyrinth aus Prielen und Sandbänken zwischen den Inseln Amrum, Föhr und Sylt getrieben wurde, hatte es keine Chance – ein Freisegeln war nicht mehr möglich. Ein paar kümmerliche Überreste des Wracks hier draußen lassen das Schiff erahnen und erinnern an diese Tragödie, die beim wispernden Wind und schwappenden Wasser in totaler Einsamkeit so seltsam nah und lebendig ist. Nicht wenigen Besuchern läuft ob dieser Atmosphäre ein Schauer über den Rücken. Die rettenden Inseln Amrum und Föhr sind zwar noch gerade zu erkennen, doch wer den Weg nicht kennt…! Die Gruppe kann nach Amrum nicht zurück, der dortige Priel ist längst wieder zu tief und würde Jeden unweigerlich hinaus aufs Meer ziehen. Es geht jetzt nur noch nach Föhr; und das in einem großen Bogen. Die Direkte ist ebenfalls durch einen tiefen Priel versperrt – das konnte die Besatzung der „City of Bedford“ nicht wissen. Verloren ist der ohne Ortskenntnis. Und die Gruppe muss los, die Nordsee wartet nicht. Und sie verzeiht keine Fehler.

www.nordseetourismus.de / nordlicht verlag

Foto: © nordseetourismus.de

Datum: 22.12.2016

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