Sturmfluten und deren Folgen

Laufen über Rungholt
Laufen über Rungholt
(2.9) Bewertungen: 11

Sturmfluten und Nordsee sind zwei Begriffe, die zusammen gehören. Die gesamte Nordseeküste ist in ihrer heutigen Gestalt auch ein Ergebnis ihres Wirkens seit Jahrhunderten. Darunter sind Ereignisse, die größtenteils mündlich überliefert wurden. Eine davon ist die „Grote Mandränke“, die zweite Marcellusflut von 1362, die hunderte von Todesopfern gefordert hat und Ursache für den Untergang einer legendären Siedlung an der nordfriesischen Küste sein soll: Rungholt. Noch heute findet der kundige Sucher Überreste dieser Siedlung im Wattenmeer. Das ist Grund für viele Wattführer, sich ganz gezielt auf die Spurensuche zu begeben.

Auf den Spuren von Rungholt

Als 1362 eine ganze Landschaft unterging, war darunter auch ein Ort mit Namen „Rungholt“. Er lag zwischen den heutigen Inseln Nordstrand und Pellworm und wurde zum Synonym für die ganze Landschaft. Betrachtet man mit „Rungholt“ das gesamte untergegangene Gebiet, so wandelt man zwischen der Hallig Südfall und Nordstrand sicher über „Rungholt“. Im Norden sind Pellworm und die Halligen zu erkennen, wie sie sich eben über den Meeresboden erheben. Vor dem großen Ertrinken war dies zusammenhängendes Land und wurde von den Fluten der zweiten „Mandränke“ 1634 endgültig zerrissen und ersäuft. „Das eigentliche Rungholt hatte einen Hafen, war aber eher ein Siedlungsgemenge als eine Stadt, wie wir uns das heute vorstellen“, erklärt Wattführerin Christine Dethleffsen.
Ein Kollege von ihr hat ein Fass gefunden, sie selbst etliche Scherben sowie viele Tierknochen und sogar Menschenknochen, Ziegelsteine deuten auf wichtigere Häuser hin – zum Beispiel Kirchen. Und manchmal kann man Baumstuppen erkennen.

Ausstellung in Husum

Von Ende Mai 2016 bis Januar 2017 steht Rungholt im Mittelpunkt einer besonderen Ausstellung. Das NordseeMuseum Husum zeigt das nordfriesische Wattenmeer mit seinen Kulturspuren. Während der verheerenden Flut im Jahre 1362 versank eine ganze Landschaft, von denen zum Beispiel die Inseln Nordstrand und Pellworm sowie die Hallig Südfall übriggeblieben sind. In der Ausstellung sind erstmals die wichtigsten und schönsten Fundstücke aus öffentlichen und privaten Sammlungen zusammengeführt und erlauben faszinierende Blicke auf einen Lebensraum und deren Bewohner. Ein bisschen also ist Rungholt wieder auferstanden und ein Gesicht hat es nun auch – Rechtsmediziner rekonstruierten an einem aufgefundenen Schädel das Abbild eines Mannes.

www.nordseetourismus.de / nordlicht verlag

Foto: © www.nordseetourismus.de/Kur- und Tourismusservice Pellworm

Datum: 03.05.2016

Deine Meinung

Bewertung (5 ist super, 1 ist nicht so toll):  

Kommentar (0)

Keine Kommentare

Werbung

Folgen auf Facebook oder Google+

 


News

Ins Watt mit dem Rollstuhl
Die Küste der Nordsee, ob Sandstrand, Grünstrand oder Watt, ist nach wie vor ein beliebter Anziehungspunkt für Urlauber und Tagesgäste. Seit Jahren schon denken die Küstenorte und deren Akteure immer mehr auch an Menschen, mit Mobilitätseinschränkungen wie Rollstuhlfahrer, wie das Beispiel Nordstrand zeigt.
Dithmarscher Kohltage im September
Die eigentlich unspektakuläre Landschaft Dithmarschen erstreckt sich entlang der Nordseeküste von der Halbinsel Eiderstedt im Norden bis zur Elbmündung im Süden. Das große Nordseebad Büsum ist Anziehungspunkt zu fast jeder Jahreszeit, während das küstennahe Hinterland besonders wegen der vielen Kohlfelder bekannt ist.
Wassersportfestival in Hvide Sande
Der Name erinnert wirklich an das naheliegende: Weißer Sand. Der erst 1931 gegründete Ort Hvide Sande liegt an der dänischen Nordseeküste auf der Nehrung Holmsland Klit, die den Ringkøbing Fjord vom offenen Meer trennt.