Erste Sterneninseln Deutschlands in der Nordsee

Katholische Kirche und Milchstraße auf Spiekeroog
Katholische Kirche und Milchstraße auf Spiekeroog

Hier geht es nicht um die Klassifizierungssterne für touristischen Standard, sondern um richtige Sterne am richtigen Himmel. Denn diese sind längst nicht mehr von allen Punkten der Erde nachts so deutlich wie früher zu erkennen.
Im August 2021 wurden die Inseln Pellworm und Spiekeroog im UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer von der International Dark-Sky Association (IDA) aus Tucson, USA, als Sterneninseln anerkannt.
Da sich die beiden Inseln dazu verpflichtet haben, ihre Nachtlandschaft durch eine deutliche Beschränkung der künstlichen Beleuchtung zu erhalten, kann hier noch der prächtige Sternenhimmel bei nahezu natürlicher Dunkelheit erlebt werden.
Durch die stetig zunehmende künstliche Beleuchtung, besonders durch den wachsenden Einsatz energieeffizienter und kostengünstiger LED-Leuchten, wird die Lichtverschmutzung rapide stärker. Dadurch verlieren die Nachtlandschaften ihr typisches Bild. Pflanzen, Tiere, aber auch Menschen werden zunehmend beeinträchtigt. Die Zahl der Insekten nimmt dramatisch ab, Zugvögel werden von ihren Flugrouten abgelenkt, der Tag-Nacht-Rhythmus wird gestört, wenn die Nacht zum Tag gemacht wird. Viele faszinierende Naturschauspiele an der Küste sind durch helle Lichter kaum noch erkennbar, wie das Meeresleuchten, nachtleuchtende Wolken, Polarlichter oder die Milchstraße.
Die nordfriesische Insel Pellworm im Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer und die ostfriesische Insel Spiekeroog im Niedersächsischen Wattenmeer bieten noch eine relativ wenig beeinflusste und natürliche Nachtlandschaft mit einem dunklen, sternenreichen Nachthimmel. Um diesen zu erhalten, wollen die beiden Inseln Musterbeispiele für den Schutz der Nacht durch eine entsprechende Beleuchtung darstellen.
Messungen der Himmelshelligkeit haben ergeben, dass die beiden Inseln tatsächlich zu den dunkelsten Regionen Deutschlands gehören.
Durch Öffentlichkeitsarbeit sollen die Vorzüge geringer Lichtverschmutzung und des eindrucksvollen Sternenhimmels der lokalen Bevölkerung und den Besuchern vermittelt werden. So werden auf den Inseln Sternenführungen angeboten und spezielle Himmelsbeobachtungsplätze eingerichtet. Da der Sternenhimmel im Frühjahr, Herbst und Winter besonders gut beobachtet werden kann, wird damit eine zusätzliche Naturattraktion für die touristische Nebensaison genutzt.

LKN Schleswig-Holstein / nordlicht verlag

Foto: © Kai Krüger

Datum: 03.09.2021

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