Provinz Friesland Niederlande

Die Provinzhauptstadt Leeuwarden Die Provinzhauptstadt Leeuwarden

Lage und Geschichte

Der Name der Provinz geht auf den alten germanischen Volksstamm der Friesen zurück, gibt aber Anlass zu Missverständnissen. Auch in Deutschland gibt es eine Region dieses Namens, die deutsche Bezeichnung Westfriesland für die westlichen Nachbarn ist aber ebenso ungünstig, weil es in der niederländischen Provinz Nordholland ebenfalls eine Region dieses Namens gibt. Die Provinz Friesland ist in jedem Fall ein Kerngebiet der heutigen Niederlande, in dem auch die friesische Sprache noch lebendig ist. Sie grenzt im Norden an das Wattenmeer mit den Westfriesischen Inseln und im Südwesten an das Ijsselmeer, eine abgetrennte Meeresbucht. Hauptstadt der Provinz ist Leeuwarden.

Natur und Sehenswürdigkeiten

Strand von SchiermonnikoogInsel Vlieland

 

 

 

 

 

Mit dem Wattenmeer und den Westfriesischen Inseln Schiermonnikoog, Ameland, Terschelling und Vlieland gehört Friesland zu den beliebten Urlaubsregionen an der niederländischen Nordseeküste (Die fünfte Insel, Texel, gehört zur Provinz Nord-Holland). Friesland hat neben den für die Niederlande typischen Kanälen und kleinen Flussläufen auch zahlreiche Seen und ist in kalten Wintern Schauplatz der so genannten „Elfstedentocht“, einem Langstreckenwettbewerb auf Schlittschuhen durch elf Städte der Provinz Friesland.

Tourismus

Insel TerschellingInsel Terschelling

 

 

 

 

 

Das Wattenmeer mit den vorgelagerten Inseln sowie die zahlreichen kleinen Gewässer machen den touristischen Wert der Provinz aus. Aktivurlaub an der Nordsee ganz in Familie ist deshalb das Hauptmotiv für einen Urlaub in der Provinz Friesland. Die breiten Sandstrände der Nordseeinseln suchen ihresgleichen im ganzen Land, eine urwüchsige Dünenlandschaft schließt sie zur Festlandsseite hin ab. Die Region ist eine Mischung aus historischen Hinterlassenschaften und modernen Zeugnissen menschlichen Wirkens im Schutz gegen die Nordsee. Besonders spektakulär ist der Abschlussdeich des Ijsselmeeres, über den die südliche Provinzgrenze von Friesland verläuft. Hauptgrund für den Urlaub in der Provinz Friesland ist aber der Wassersport in allen seinen Schattierungen. Die kleinen Orte geben ein anschauliches Bild der Landschaft, wie sie zum Teil seit Jahrhunderten unverändert ist.
Als Ferienunterkünfte stehen Hotels, Ferienhäuser, Pensionen und Campingplätze in genügender Zahl zur Verfügung.

Foto: © oben: Wiki_Antoine.01_CC3.0, Mitte links: Wiki_Baykedevries_CC4.0, Mitte rechts: Peter Heeling_Wiki_gemeinfrei; u.l.: Wiki_Arminia_CC1.2; u.r.: Wiki_Schofför_CC3.0

Rathaus von Dokkum

Dokkum

Dokkum ist eine Stadt im Norden der Provinz Friesland und Hauptort der Gemeinde Dongeradeel. Sie lag ursprünglich näher an der Nordsee als heute. Durch Landgewinnungsmaßnahmen im Mittelalter liegt Dokkum heute einige Kilometer südlich der Nordsee, wodurch ihre Bedeutung zurückging. Der Sitz der Friesischen Admiralität (entspricht heute der Marine) wurde deshalb 1645 nach Harlingen verlegt. Dokkum erlangte bereits im 8. Jahrhundert Bekanntheit dadurch, dass der Benediktinermönch Bonifatius mit seinem Gefolge hier ermordet worden sein soll. Heute ist die Stadt deshalb ein Wallfahrtsort der Katholiken. Das Stadtrecht wurde Dokkum 1298 verliehen.
Leeuwarden, Hafenbrücke

Leeuwarden

Leeuwarden ist die Hauptstadt der Provinz Friesland und entstand aus mehreren Warften, worauf auch der zweite Teil des Namens hindeutet. Die ersten Siedlungsspuren an dieser Stelle stammen aus dem 2. Jahrhundert. Bis zum 15 Jahrhundert lag Leeuwarden an einer Bucht des Wattenmeeres und entwickelte sich zu einer bedeutenden Handelsstadt mit Seehafen. Als die Verbindung dorthin austrocknete, ging auch die Bedeutung der Stadt zeitweise zurück, bis sie im 19. Jahrhundert an das Eisenbahnnetz angeschlossen wurde. Heute liegt Leeuwarden etwa 30 Kilometer von der Nordseeküste entfernt.
Harlingen, St. Michaelskirche

Harlingen

Harlingen ist die einzige friesische Stadt direkt am Wattenmeer und hat deshalb auch den größten Hafen in Friesland. Die Stadt entstand unweit der Vorgängerstadt Greyn, die 1134 von einer großen Sturmflut vernichtet wurde. Der Name geht auf den Herrensitz Harlinga zurück und hat nichts mit dem ostfriesischen Namensvetter zu tun. Harlingen entwickelte sich auch mit Unterstützung durch ein nahegelegenes Kloster zu einer bedeutenden Handelsstadt. Im 16. Jahrhundert wurden die Deiche verstärkt und die Stadt besser vor Sturmfluten gesichert, die oft eine Verlegung der Stadt erforderten. Harlingen ist mit der Provinzhauptstadt Leeuwarden über einen schiffbaren Kanal verbunden und ist gleichzeitig Ausgangspunkt für die Fährverbindung nach den Inseln Terschelling und Vlieland.
Der Strand von Schiermonnikoog

Insel Schiermonnikoog

Schiermonnikoog ist die östlichste der Westfriesischen Inseln in der Nordsee und gleichzeitig die kleinste. Sie ist etwa 16 Kilometer lang und bis zu vier Kilometer breit. Wie die anderen benachbarten Watteninseln auch entstand die Insel Schiermonnikoog vor über tausend Jahren und veränderte seitdem ihre Lage ständig. Unter den ersten Siedlern waren Zisterziensermönche, über die im 15. Jahrhundert erstmals berichtet wurde. Die grau (schier) gekleideten Mönche (monnik) gaben der Insel (oog) schließlich den Namen. Vom 17. Jahrhundert bis 1945 war die Insel durchgehend im Privatbesitz, gehörte zuletzt einer deutschen Familie. Sie wurde deshalb 1945 als „feindliches Vermögen“ verstaatlicht.
Dünenstraße auf Ameland

Insel Ameland

Ameland ist eine der fünf westfriesischen Inseln vor der niederländischen Küste. Wie die anderen auch entstand sie im Gefolge der letzten Eiszeit und durch Überflutung der heutigen Nordsee. Ameland ist etwa 24 Kilometer lang und bis zu 4,5 Kilometer breit. Erste Siedlungsspuren stammen aus dem 8. Jahrhundert, such eine Kirche soll es damals bereits gegeben haben. Im 18. Jahrhundert war der Walfang die Haupteinnahmequelle der Inselbewohner. Auf Ameland bestehen vier Ortschaften, von denen Nes der Hauptort ist. Fährverbindungen durch das Wattenmeer gibt es zum Festlandshafen Holwerd und zur westlichen Nachbarinsel Terschelling. Erst in den 1920er Jahren entwickelte sich der Tourismus auf der Insel Ameland.
Blick auf West-Terschelling mit Leuchtturm

Insel Terschelling

Terschelling ist die mittlere und zweitgrößte der fünf Westfriesischen Inseln und liegt etwa 15 Kilometer vor der Küste der Provinz Friesland. Sie ist 28 Kilometer lang und im Durchschnitt vier Kilometer breit. Zusammen mit den anderen Inseln ist Terschelling im frühen Mittelalter aus einer oder mehreren Sandbänken entstanden, erste Besiedlungen gehen auf das 9. Jahrhundert zurück. Sturmfluten, steigender Meeresspiegel, Eindeichungen und die fortgesetzte Küstendynamik formten und formen die Insel bis heute. Die Insel ist mit einer Fähre aus Harlingen erreichbar.
Blick auf Oost-Vlieland

Insel Vlieland

Die Insel Vlieland ist nach Schiermonnikoog die zweitkleinste der Westfriesischen Inseln. Sie liegt zwischen Texel und Terschelling. Vlieland entstand nach der Luciaflut von 1287 durch Trennung vom friesischen Festland. Gleichzeitig wurde in der Folgezeit der nördliche Teil der heutigen Insel Texel von Vlieland getrennt. Vlieland hat eine Fläche von etwa 36 Quadratkilometern bei einer Länge von 12 und einer durchschnittlichen Breite von nur zwei Kilometern. Etwas mehr als 1000 Menschen wohnen dauerhaft auf der Insel, die fast ausschließlich vom Tourismus lebt.

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